22. März 1941

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Sonn­abend, am 22. März 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Du!!

Wochen­en­de ist, ich bin fer­tig mit mei­nen Geschäf­ten. Die Uhr zeigt 3 Uhr vor­bei. See­manns­sonn­tag ist heu­te! Wie und wo wird ihn mein Herz­lieb ver­le­ben?

Du!! Ich bin soo vol­ler Fra­gen!! Du wirst es ver­ste­hen. Aber ich will sie alle zurück­stel­len – will gedul­dig und brav war­ten! Wenn ich nur eines wüß­te! Nur eines! Ob Dir’s gut geht – ob Du wohl­auf bist! Du!! Nächs­te Woche wird ganz gewiß end­lich ein Zei­chen von Dir kom­men! Du weißt ja nicht, wie sehr ich mich dar­auf freue – wie ich es erseh­ne! Und Dir wird es doch eben­so geh[‘]n, Herz­lieb! Wei­ter­le­sen!

14. März 1941

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Don­ners­tag den 13. März 1941.

Mein lie­bes teu­res Herz, mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Genau vor 4 Wochen, es war auch ein 13., da saß ich auf der Bahn, Herz­lieb, zu Dir, zur Hei­mat, oh Du, Gelieb­te!! Und heu­te? Fühlst Du es nicht? Es ist ½ 5 Uhr am Nach­mit­tag, und der Zug nähert sich D. bei L [nahe des Hei­mat­or­tes von Hil­de] . Ach Herz­lieb, ich darf nicht wei­ter nach­den­ken und schrei­ben, wie mir zumu­te ist. Oh Du! Du!!! Wei­ter­le­sen!

2. Januar 1941

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Don­ners­tag, den 2. Janu­ar 1941.

Herz­lieb! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Hol­de mein!

Läßt mich heu­te so lieb an Dei­nem Syl­ves­ter teil­neh­men! Hast mich so lieb und fest an Dein Herz geschlos­sen! Ach Du! Hast mich ja ein­ge­sperrt in Dein Her­zel – und Dein Hubo – erst hat er sich gefürch­tet, und hat gezö­gert; hat an sei­ne Frei­heit gedacht, hat gebangt, es möch­te zu eng und klein sein, Dein Herz, – und nun. – und nun? – Du!!! Du!!!!! – jetzt ist er fest ein­ge­schlos­sen und sagt nur – sperr zu! Fest zu!! Halt ihn ganz fest!!! Es ist ja so groß und weit und lieb – Dein Her­zel, ach Du!!! ach Du!!! Gelieb­te!!! Ich möch­te ja so gern wie­der mal dran pochen und lau­schen und fra­gen, ob er auch drin ist, Dein Hubo – möch­te ganz leis[´]  dar­über­strei­cheln – und möch­te es dann ganz fest an mich pres­sen und – Du!! – und – – – Liebs­te – – möch­te es – – sehen – – Herz­lieb!!! Dei­nes, Gelieb­te!!! Kei­nes auf Bil­dern, kein Frem­des! Wei­ter­le­sen!

19. Dezember 1940

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Don­ners­tag, am 19. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Jeden Tag kom­men sie zu mir, alle Dei­ne lie­ben Boten, die mir kün­den von Dei­ner gro­ßen Lie­be — von Dei­ner gro­ßen Treue — Du! Und die mir immer wie­der sagen, daß ich ganz die Dei­ne bin.

Dei­nen Sonn­tags- und Mon­tags­bo­ten hal­te ich in Hän­den. Am Sonn­tag, da wir bei­de so fest anein­an­der dach­ten! Ich voll Dank­bar­keit, erlöst, befreit von mei­ner Sor­ge: mir ward die Gewiß­heit — zu wem zog es mich an die­sem Tage inni­ger, als zu Dir, mein Herz? Wei­ter­le­sen!

18. Dezember 1940

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Mitt­woch, den 18. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! Hol­de mein!

Gelieb­te! Die gro­ße Freu­de erfüllt mich noch ganz. So wie Dir ist’s fried­lich in mir gewor­den. Wie ein Druck ist es von mir gewi­chen. Ich habe ihn wie­der und wie­der lesen müs­sen, Dei­nen Glücks­bo­ten, Du! Es ist doch wie ein Wun­der! Und Dein Traum zuvor so selt­sam. Und Erlö­sung brach­te er uns bei­den. Wei­ter­le­sen!