Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Sorge

8. Oktober 1941

[411008–2‑1] Mitt­woch, am 8. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]! Ich sit­ze jetzt wie­der am Tische, vor mei­nem lie­ben Papier, das mir so gedul­dig stil­le hält jeden Tag. Es wird gleich 2 Uhr mit­tags sein. Obwohl noch vie­ler­lei Beschäf­ti­gung war­tet, ich muß mich erst zu Dir set­zen, Herz­lieb! Die stil­le Mit­tags­stun­de ist mir […]

24. August 1941

[410824–1‑1] Sonn­tag, den 24. August 41 Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb neben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel näher – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­ze­lein! Ich möch­te Dir ganz lieb etwas sagen. Wirst [Du] mir fein zuhö­ren? Das Man­ner­li […]

01. Juli 1941

[410701–2‑1] G., am Diens­tag den 1. Juli. Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­bes, teu­res Herz! Heu­te end­lich, Gelieb­ter, kamen zwei lie­be Boten von Dir an! Ach Du!! Wie soll ich sie benen­nen? „Lie­bes­freud” den ers­ten, „Her­ze­leid” den zwei­ten – Du!! Sonn­abend vor dem Kriegs­zu­stand mit Ruß­land:, [sic] alles in Dir will jubeln und will die gro­ße, inne­re […]

27. März 1941

[410327–2‑1] Don­ners­tag, am 27. März 1941. Mein gelieb­tes  Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter!! Heu­te ist der Him­mel wie­der ganz ver­han­gen. Ein dicker, grau­er Nebel erfüllt die Luft, man kann gar­nicht [sic] frei atmen. Und dazu reg­net es so herz­lich; unser ‚Staren­schnee‘ ist schon zu einer dicken, brau­nen Soße gewor­den. Aber ich bin’s [sic] ganz […]

25. März 1941

[410325–2‑1] Diens­tag, am 25. März 1941. Mein gelieb­tes Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du!! Du!! Ich habe wie­der von Dir träu­men müs­sen heu­te Nacht. Herz­lieb!! Weil ich so voll Sehn­sucht nach Dir bin. In eine Kir­che trat ich – nach lan­gem Wan­dern durch eine mir völ­lig unbe­kann­te Gegend, vie­le Seen und Wie­sen sah ich, Som­mer […]

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