06. Dezember 1940

Hilde, bei Roland zum Besuch, Ende November 1940, Eckernförde.
Hil­de, bei Roland zum Besuch, Ende Novem­ber 1940, Eckern­för­de.

[401206–2‑1]

Frei­tag, am 6. Dezem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Vor acht Tagen rück­te unser Abschied immer näher – Du – weißt Du noch? So wenig Zeit erst ging dar­über hin – aber mir ist zumut, als hät­te ich Dich schon so lang nicht mehr gese­hen – Du – glaubst, Herz­lieb?, ich hab schon wie­der ein bis­sel Sehn­sucht nach Dir, Du!! Wei­ter­le­sen!

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17. November 1940

Deutsches Reichsgesetzblatt 1892 018 0339
Ver­ord­nung, betref­fend das Inkraft­tre­ten der auf die Sonn­tags­ru­he im Han­dels­ge­wer­be bezüg­li­chen Bestim­mun­gen der Gewer­be­ord­nungs­no­vel­le vom 1. Juni 1891. Vom 28. März 1892. Deut­sches Reichs­ge­setz­blatt Band 1892, Nr. 18, S. 339. Lizenz­frei über Wikisour­ce, 11.2015.
[401117–1‑1]

Sonn­tag, den 17. Novem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te! Gelieb­te mein! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Es geht jetzt alles bis­sel ver­quer, bei Dir wie bei Dir [^]mir. Siehst, schon wie­der habe ich mich ver­schrie­ben. Ich hat­te heu­te eine Wut im Lei­be, Du! Denk, bis nach 5 Uhr haben wir im Schreib­zim­mer geses­sen! Lau­ter alten Mist (ent­schul­di­ge den dras­ti­schen Aus­druck) muß­te ich erle­di­gen, es wollt kein Ende neh­men. Ab 2 Uhr habe ich aber auch ein Gesicht auf­ge­setzt, das kann ihm nicht ent­gan­gen sein. Weißt, das ging gegen mei­ne eiser­ne Grund­sät­ze des Pri­vat­le­bens: Sonn­tag, und am Sonn­tag­nach­mit­tag, gleich gar, wird nischt [sic] gemacht, und wenn es noch so brennt. Nichts Häß­li­che­res, als wenn der Sonn­tag so zum All­tag ent­wür­digt wird. Na, mit Rück­sicht auf das kom­men­de kam es zum Glück zu kei­ner Ent­la­dung mei­ner­seits. Wei­ter­le­sen!

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15. April 1940

Kongebjorka
König Haa­kon VII und Kron­prinz Olav suchen in der Gegend von Mol­de Schutz vor einem deut­schen Bom­ben­an­griff in der Stadt, 04.1940, über Wiki­me­dia Com­mons, 04.2015
[400415–2‑1]

O., am 14. April 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland] Du!

Heu­te bist Du nun in vol­ler Lebens­gröβe zu mir gekom­men. Ich hab[‘] mich ja so gefreut, Du! Aber so viel Sehn­sucht hab[‘] ich nach Dir, Du bist mir ganz nahe und doch ist es nicht der ech­te [Roland]. Klein bist Du, kann Dich mit einer Hand umfas­sen, und so glatt und kalt ist es an mei­ner Wan­ge, wenn ich Dich mal drü­cke! Aber ich bin ja schon so froh und zufrie­den, weil ich Dich nur sehen kann, so wie ich Dich ger­ne sehe, Du! In 6 Tagen, so Gott will, Liebs­ter Du! Wei­ter­le­sen!

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10. April 1940

[400410–1‑1]

S. am 8. April 1940

Am Mon­tag.

Herz­al­ler­liebs­te, Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

Bernd von Arnim scuttled
Z 11 Bernd von Arnim. Sie lief am 9. April 1940 als ers­tes deut­sches Kriegs­schiff in den Hafen von Nar­vik, Nor­we­gen, ein. Wiki­me­dia Com­mons, 03.2015
Nun war es wie­der ein­mal rich­tig Sonn­tag. Seit mei­nem 16. Lebens­jahr ist mein Leben auf­ge­spal­ten in ein Wochen­tags- und Sonn­tags­da­sein, d. [sic] ist gleich­be­deu­tend mit Schat­ten- und Son­nen­da­sein, und die ver­hal­ten sich bekannt­lich 6:1. Sonn­tag, das bedeu­tet mir seit­dem Umgang mit lie­ben, ver­trau­ten Men­schen, Wochen­tag aber Dienst und Pflicht. Weil ich mich nicht so leicht ein­ge­wöh­ne und anfreun­de, habe ich das umso mehr emp­fun­den, und es ist ganz klar, daß das Inne­re dabei ver­här­tet. Wei­ter­le­sen!
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01. März 1940

Fritz von Wille 0200
Fritz von Wil­le, Ker­pen, Unter­dorf mit Burg­ka­pel­le, 1907, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 03.2015.
[400301–1‑1]

S. am 01. März, 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

In dem Welt­en­thea­ter, des­sen Zuschau­er ich bin von mei­nem Fens­ter­sitz aus, steht noch immer die Win­ter­ku­lis­se, und augen­blick­lich läßt es der Regis­seur schnei­en. Der Win­ter führt noch das Regi­ment: das wur­de mir auch klar, als ich am Sonn­tag von höhe­rer War­te ein grö­ße­res Stück Welt über­schau­en konn­te. Es liegt noch viel, viel Schnee, der Käl­te­vor­rat ist noch groß, zum Früh­ling ist es noch ein Stück. Nur der Son­nen­stand gemahnt an den nahen­den Freu­den­brin­ger. Es wecken die­se Tage bei mir ganz eige­ne Erin­ne­run­gen. Wei­ter­le­sen!

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