Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Soldatenleben

28. November 1942

[421128–1‑1]

Sonn­abend, den 28. Novem­ber 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Du! Herz­al­ler­liebs­te mein!

Umsonst habe ich gewar­tet heu­te, es ist kein Bote zu mir gekom­men. Am Mon­tag wirst Du wenig Zeit erüb­rigt haben – aber am Sonn­tag hast Du mein doch gewiß gedacht – wer weiß, wor­an es wie­der mal liegt.

27. März 1942

[420327–1‑1a] [Salo­ni­ki] Frei­tag, den 27. März 1942 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Herz! Frei­tag­abend – wie­der ver­ron­nen eine Woche. Die nächs­te sieht uns schon vor dem Oster­fest. Die Grie­chen fei­ern es an den­sel­ben Tagen. Oster­fest – es wird daheim noch wenig öster­lich aus­schau­en nach die­sem har­ten Winter.

05. Oktober 1941

[411005–1‑1] Sonn­tag, den 5. Okto­ber 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Mei­ne [Hil­de]! Der gan­ze Sonn­tag­nach­mit­tag liegt vor mir – offen ste­hen mir Tor und Tür zur Frei­zeit, offen zu ganz belie­bi­ger Ver­wen­dung. (Kame­rad K. ist Schrei­ber vom Dienst) Ach Gelieb­te! Es ist eine fal­sche Frei­zeit – Frei­zeit in der Gefangenschaft.

22. August 1941

[410822–2‑1] Don­ners­tag­abend, am 21. August 41. Mein herz­liebs­ter [Roland]! Gelieb­ter! Herz­al­ler­liebs­ter mein! Es ist um 9 00 [Uhr] abends, ich bin seit einer Stun­de wie­der daheim aus der Stadt. Und nun muß ich erst noch ein paar Wor­te mir Dir tau­schen Herz­lieb, ehe ich schla­fen gehe. Wor­te mir Dir tau­schen, Du? Geht denn das brief­lich? Du?! […]

25. Juli 1941

[410725–1‑1] X     Frei­tag, den 25. Juli 1941 Herz­lieb! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib! Wer hat mich denn heut[‘] Nacht nicht schla­fen las­sen? Du!! Du!!! Ist mein Paket ange­kom­men? Nun wirst [Du] Dich gewiß über den Urlaub am meis­ten gefreut haben! Der Hubo hat’s nicht geschickt gemacht – geschickt oder nicht – viel Freu­de woll­te ich […]

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