05. Oktober 1941

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Sonn­tag, den 5. Okto­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib! Mei­ne [Hil­de]!

Der gan­ze Sonn­tag­nach­mit­tag liegt vor mir – offen ste­hen mir Tor und Tür zur Frei­zeit, offen zu ganz belie­bi­ger Ver­wen­dung. (Kame­rad K. ist Schrei­ber vom Dienst) Ach Gelieb­te! Es ist eine fal­sche Frei­zeit – Frei­zeit in der Gefan­gen­schaft. Wei­ter­le­sen!

22. August 1941

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Don­ners­tag­abend, am 21. August 41.

Mein herz­liebs­ter [Roland]! Gelieb­ter! Herz­al­ler­liebs­ter mein!

Es ist um 9 00 [Uhr] abends, ich bin seit einer Stun­de wie­der daheim aus der Stadt. Und nun muß ich erst noch ein paar Wor­te mir Dir tau­schen Herz­lieb, ehe ich schla­fen gehe. Wor­te mir Dir tau­schen, Du? Geht denn das brief­lich? Du?! O ja, mit Dir kann ich mich unter­hal­ten, auch wenn ich Dich nur in Gedan­ken bei mir habe! Du!!! Wei­ter­le­sen!

25. Juli 1941

Aus­zug aus dem Brief mit Kreuz

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X     Frei­tag, den 25. Juli 1941

Herz­lieb! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Wer hat mich denn heut[‘] Nacht nicht schla­fen las­sen? Du!! Du!!! Ist mein Paket ange­kom­men? Nun wirst [Du] Dich gewiß über den Urlaub am meis­ten gefreut haben! Der Hubo hat’s nicht geschickt gemacht – geschickt oder nicht – viel Freu­de woll­te ich Dir doch nur berei­ten! Nun muss ich Dir erst mei­nen Traum erzäh­len. Wei­ter­le­sen!

02. Juli 1941

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Mitt­woch, den 2. Juli 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Herz­lieb mein!

So, nun schreibt der Hubo wie­der mit den Ande­ren an einem Tische. Jetzt ist er näm­lich ein paar Mal abends aus­ge­zo­gen neben­an in die Schreib­stu­be – weil er mit sei­nem Geburts­tags­kind ganz allein sein woll­te. Die Kame­ra­den haben mich auch geneckt des­we­gen, aber das rührt den Hubo nicht. Wenn es um Dich geht, da lass ich mich nicht irre machen. Wo wirst Du denn mei­ner gedacht haben? Ich will raten: Gleich im Lehn­stuhl drau­ßen hast [Du] den Boten auf Dei­nen Schoß genom­men und hast ihm alles erzählt, hast mit Dei­nem Man­ner­li gere­det! Du! Wei­ter­le­sen!

12. April 1941

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Sonn­abend, den 12. April 1941,

Oster­sonn­abend.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te mein! Du!!

Mein Herz­lieb ruht jetzt in wei­ßen Kis­sen. Drau­ßen reg­net es, reg­net. Unser Schul­platz ist ein See. Ich hät­te nicht geglaubt, daß es hier so reg­nen könn­te. Und der Hubo? Hat kei­ne Wache – aber etwas Ähn­li­ches: „Läu­fer”. Die­sel­be Dienst­zeit wie die Wachen, aber nur mit umge­schnall­tem Sei­ten­ge­wehr dem Unter­of­fi­zier zur Hand sein, tags – und nachts die nächs­ten Pos­ten wecken und Obacht geben, daß man sel­ber nicht schläft. Na, ich bin jetzt mun­ter – und damit die Zeit ver­rinnt bis um 6 Uhr, weiß ich nichts Bes­se­res als mit mei­nem Herz­lieb zu plau­dern. Wei­ter­le­sen!