Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Soldaten

13. November 1942

26.) Frei­tag­abend [sic], am 13. Novem­ber 1942. 

Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Mein Her­zens­man­ner­li! Ich sit­ze beim Schein der Lese­lam­pe, im Ofen brum­melt ein lus­ti­ges Feu­er, Frei­tags ist es ja ein Bade­feu­er! Der Letz­te wäs­sert sich eben!! Papa. Die Uhr zeigt punkt [sic] sie­ben, eben höre ich unse­re Uhr schla­gen, Du! Und beim Man­ner­li ist es ja schon 8°° jetzt. […]

11. November 1942

Mitt­woch, den 11. Nov. 42

Her­ze­lein! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! 11. Novem­ber – Hell­muths Geburts­tag – wo mag er nun ste­cken? – Ach, die Ört­lich­kei­ten und irdi­schen Wirk­lich­kei­ten möch­ten uns manch­mal alle Fer­ne und Tren­nung furcht­bar und schmerz­lich bewußt machen. Aber die Gedan­ken, der Geist schla­gen Brü­cken – sie las­sen in ihrer Geschwin­dig­keit Räu­me und Ent­fer­nun­gen schrump­fen — und […]

05. November 1942

Don­ners­tag, den 5. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Teu­res, gelieb­ter Herz! 

Schon wie­der sit­ze ich bei Dir und schrei­be. Wie schnell ist der Tag ver­flo­gen. Eben­so, noch schnel­ler womög­lich, zer­rinnt auch Dir der Tag unter den Hän­den – und ich kann mir so leicht vor­stel­len, daß Du in Zeit­not und Platz­angst gerätst. Zu vie­le sind der Pflich­ten, und zu mannigfaltig — […]

15. Oktober 1942

Don­ners­tag, den 15. Okt. 1942 

Her­zens­schät­ze­lein, Geliebte! 

Noch nicht in S. [sic], in Bel­grad noch um die­se Abend­stun­de, die ach­te Stun­de zeigt die Uhr. Mit 5 Stun­den Ver­spä­tung kamen wir hier an, weiß nicht, wo sie unser Zug sich geholt hat. Und nun gab es kei­ne Wei­ter­fahrt, dafür aber eine lan­ge Schlan­ge, die sich zur Sammelstelle […]

21. Mai 1942

[420521–1‑1] [Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 20. Mai 1942 Her­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib! Heu­te ist es doch schon spät, da ich zu Dir kom­me. Die Kame­ra­den K. und H. sind im Varie­té. Mit den Kame­ra­den He. und Schr. habe ich noch lan­ge am Tische geses­sen und mich mit ihnen unter­hal­ten über die Stel­lung des Chris­ten­tums zum neuen […]

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