Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Soldat

16. März 1941

[410316–2‑1] Sonn­tag, am 16. März 1941. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland][!] Sonn­tag ist heu­te, Hel­den­ge­denk­tag im gan­zen Reich, die Sen­dun­gen des Rund­funkes las­sen uns teil­ha­ben an allem, was unser Volk an die­sem Tage bewegt. Der Füh­rer sprach vor Mit­tag. Ob Du das wohl auch alles mit hören kannst? Mein [Roland]! Gelieb­ter! So […]

12. März 1941

[410312–2‑2] Mitt­woch, am Abend 10 Uhr. Herz­al­ler­liebs­ter! Eben kom­me ich von der Bahn, zum 2. male [sic] ver­geb­lich. Nun will ich den ¾ 11 [Uhr] Zug noch abwar­ten, wenn S. dann nicht mit­kommt[,] gehen wir schla­fen. Ein mir bekann­ter Sol­dat kam mit dem Zug nach 9 Uhr, der ist in K. in Gar­ni­son; eigent­lich hät­te S. […]

09. März 1941

[410308–2‑2] Sonn­abend, abends um ¼ 9 Uhr. Herz­lieb! Du!! Wie hast du mich erschreckt! Oh – Du!! Gera­de war Vater fort­ge­gan­gen nach N. Ich hat­te den Tisch eben abge­räumt vom Abend­brot. Ganz genau höre ich im Radio sagen: die heu­ti­ge Rund­funk­schau von Hans Frit­sche fällt aus – es ist genau 19 45 [Uhr]. Da schrillt uns[e]re […]

03. März 1941

[410303–1‑1] Mon­tag, den 3. März 1941. Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Die ers­ten Zei­chen von Dei­ner lie­ben Hand erreich­ten mich heu­te! Gelieb­te! Das ist so lieb und gut! Nun rei­chen wir uns wie­der die Hän­de ohne Unter­laß. Ich bin so froh, daß Du wie­der gebor­gen zu Hau­se bist. Nun war­ten wir wie­der, harren […]

01. März 1941

[410301–1‑3] Sonn­abend, den 1. März 1941. Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]! „Nicht zurück!” Herz­lieb, ich glau­be, Du warst es, die das sag­te. Rüs­tig vor­wärts schrei­ten, gläu­big und mutig vor­wärts schau­en – das ist in die Zukunft, ins Nebel­haf­te[,] ins Unge­wis­se – in die Zukunft, von der wir hof­fen und glau­ben, daß sie uns […]

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