11. Oktober 1941

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Sonn­abend, den 11. Okto­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Du mei­ne lie­be [Hil­de]!

In der Schreib­stu­be sit­ze ich jetzt. Es ist am Nach­mit­tag kurz nach 4 Uhr. Ein Pracht­tag ist es drau­ßen. Bis in die Zim­mer dringt die Wär­me und den Rock, den ich jetzt über die Blu­se immer zie­he, muß­te ich able­gen. Der Spieß hält frei­en Nach­mit­tag. Zum ers­ten Male, seit ich hier bin, haben wir die Arbeit ein­ge­holt. Und so haben wir in der Schreib­stu­be auch frei tan­zen. Die jun­gen [sic] haben sich schon ver­tru­belt [sic]. Ich sit­ze schon eine gan­ze Wei­le allein. Das ryth­mi­sche [sic] Rau­schen des Mee­res ist wie ein Schlum­mer­lied. Ganz schwer wur­den mir die Augen­de­ckel, und so habe ich sie auch ruhig ein Vier­tel­stünd­chen fal­len las­sen. Aber nun will ich Dein den­ken, gleich ein bis­sel auf Vor­rat. Wei­ter­le­sen!

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04. August 1941

[410804–2‑1]

Mon­tag, am 4. August 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter mein!! Du!!! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Du!!! Ob mir wohl mein Herz­lieb böse ist?

So lan­ge schwieg ich! 2 Tage habe ich nicht geschrie­ben! Gelieb­ter!! Laß Dir nun heu­te, da ich wie­der daheim bin erzäh­len. Am Sonn­abend­mor­gen kurz vor 800 [Uhr] sind wir mit dem W. Bus bis zum Bahn­hof gefah­ren. Das Wet­ter war aus­ge­sucht schön. Bela­den mit dem Kinder[s]tühlchen, der Bow­le, einem Kof­fer und den 2 Zucker­tü­ten, zogen wir los! Kurz vor ½ 1000 [Uhr] lang­ten wir in G. an. Man erwar­te­te uns schon mit dem Wagen an der Bahn. Wei­ter­le­sen!

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02. Juli 1941

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Mitt­woch, den 2. Juli 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Herz­lieb mein!

So, nun schreibt der Hubo wie­der mit den Ande­ren an einem Tische. Jetzt ist er näm­lich ein paar Mal abends aus­ge­zo­gen neben­an in die Schreib­stu­be – weil er mit sei­nem Geburts­tags­kind ganz allein sein woll­te. Die Kame­ra­den haben mich auch geneckt des­we­gen, aber das rührt den Hubo nicht. Wenn es um Dich geht, da lass ich mich nicht irre machen. Wo wirst Du denn mei­ner gedacht haben? Ich will raten: Gleich im Lehn­stuhl drau­ßen hast [Du] den Boten auf Dei­nen Schoß genom­men und hast ihm alles erzählt, hast mit Dei­nem Man­ner­li gere­det! Du! Wei­ter­le­sen!

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18. Mai 1941

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Sonn­tag­abend, am 18. Mai 1941

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, guter [Roland]!!

Das Brief­pa­pier ist alle und ich habe nir­gends in der Stadt wel­ches auf­trei­ben kön­nen. Erst kom­men­de Woche bekom­men die Geschäf­te wie­der wel­ches her­ein. Aber dies hier ver­rich­tet es auch ein­mal, ja? Wenn es nur so beschaf­fen ist, daß mein Herz­lieb alles Lie­be erken­nen kann, das ich ihm schrei­ben und sagen will! Dann ist’s schon gut. Wei­ter­le­sen!

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16. März 1941

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Sonn­tag, am 16. März 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland][!]

Sonn­tag ist heu­te, Hel­den­ge­denk­tag im gan­zen Reich, die Sen­dun­gen des Rund­funkes las­sen uns teil­ha­ben an allem, was unser Volk an die­sem Tage bewegt. Der Füh­rer sprach vor Mit­tag. Ob Du das wohl auch alles mit hören kannst? Mein [Roland]! Gelieb­ter! So hat mich mei­ne Ahnung nicht betro­gen, Du fährst, rollst nach Süd­os­ten. Du!! O Du!!! Heu­te früh bekam ich ihn, Dei­nen so lie­ben Boten. Du!! Ich bin Dir so von Her­zen dank­bar, daß Du immer so lieb und treu mei­ner denkst! Daß Du kei­ne Gele­gen­heit vor­über gehen läßt, um mir ein Zei­chen zu geben. Und ich bin so froh! Alles, was du bis­her abgabst auf Dei­ner Fahrt, es gelang­te in mei­ne Hän­de. Und ich wün­sche mir nur, daß auch Du alle mei­ne Brie­fe bekommst, die ich Dir täg­lich schrieb. Wei­ter­le­sen!

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