07. Dezember 1941

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Am 2. Advents­sonn­tag 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]!

Heu­te schneit es wie­der, kalt ist’s und ein Sturm hat sich auf­ge­macht. Aber gut tut einem die Luft. Sie ist so rein. Die Eltern wol­len nach­her ein­mal nach M. lau­fen, hin­zu wol­len sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Groß­rei­ne­ma­chen los! Man hat’s so bis­sel leich­ter. Im Win­ter kann ich sowie­so mei­ne Bet­ten nicht so drau­ßen her­um aus­brei­ten – aber der Staub muß trotz­dem her­aus. Und ich? was ich trei­be? Wei­ter­le­sen!

1. August 1941

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Frei­tag, am 1. August 1941.

Mein Gelieb­ter!! Du!!! Mein lie­ber[,] aller­liebs­ter [Roland]!

Du!!!!! Wo soll ich denn nun gleich anfan­gen? Ich will Dir erst von ganz belang­lo­sen Din­gen erzäh­len, Du!!!!! damit [sic] ich nicht über­lau­fe vor Freu­de und Jubel. Ach Herz­lieb! Du!!! Heu­te fällt mir doch das Stil­le­sit­zen fürch­ter­lich schwer! Kannst Du das begrei­fen? Dein Frei­tag­brief ist doch heu­te gekom­men!!! Wor­in sooo vie­le Neu­ig­kei­ten ste­hen vom Urlaub! Ach Du!!! Wenn der abhan­den gekom­men wäre!!! Ich hät­te mich doch zuschan­den geär­gert! Du!!!!! Also: Eben bin ich aus der Bade­wan­ne gestie­gen und habe bei mir gedacht und gerech­net, wie­vie­le Male mußt’ denn eigent­lich noch ohne Bade­meis­ter baden? Und da bin ich dar­auf gekom­men, daß es noch zwei Male sind! Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

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Sonn­abend, am 14. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein [Roland]!

Eben schlägt die Uhr 3 am Nach­mit­tag, uns[e]re schö­ne Uhr, Herz­lieb! Weißt [Du] denn eigent­lich noch, wie sie aus­sieht? Du! Es ist doch ein Pracht­stück, Liebs­ter! Und sie hält jetzt ganz schön Schritt, geht ganz rich­tig mit der Kir­chen­uhr. Du hast sie ja so fein ein­ge­stellt, als Du bei mir warst! – Wenn Du jetzt in uns[e]re Stu­be schau­en könn­test, dann wür­dest Du viel­leicht stau­nen! Herz­lieb! Ich habe näm­lich Män­ner­be­such!! Wei­ter­le­sen!

30. Mai 1941

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Frei­tag, am 30. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter [Roland]!!

Du!! Ges­tern abend in der Sing­stun­de war ich so froh, weiß gar­nicht [sic], wie es kam. Nichts von außen her, daß mir einen Anlaß dazu gege­ben hät­te. Es kam von innen her­aus die­ses Froh­sein! Und ich glau­be, Du warst auch froh an die­sem Abend, Gelieb­ter!! Wei­ter­le­sen!

22. Mai 1941

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Don­ners­tag, am 22. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Da wäre nun heu­te ein Fei­er­tag – Him­mel­fahrt. Aber das Gesetz schreibt es dies­mal in Anbe­tracht des Krie­ges anders vor. Alle Wer­ke sind in Betrieb und es kann heu­te wohl nie­mand so faul sein wie ich! Faul – das ist aber nun doch wie­der zu viel gesagt. Bin ich faul, wenn ich an Dich schrei­be, Herz­lieb? Du!! Wirst wohl in die­sem Fal­le der Ein­zi­ge sein, der mir recht gibt und wohl will! Aber weißt, was Freun­de dazu sagen, das küm­mert mich auch gar­nicht [sic]. Ist mir völ­lig schnup­pe. Haupt­sa­che ist, mein Dicker­le ver­steht mich – mehr ver­lan­ge ich nicht. Wei­ter­le­sen!