Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Singen

03. Juni 1942

[420603–1‑1] [Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 3. Juni 42 Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Es ist noch Dienst. Aber ich bin so fein allein und kom­me gleich ein­mal zu Dir! [Du] Wirst viel­leicht eben aus Dei­nem Dienst zurück­sein, von Dei­nen Lie­ben – und nun war­tet zu Haus[‘] Dein gro­ßer Bub – war­tet auf sein Herz­lieb, daß […]

30. April 1942

[420430–1‑1] [Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 30. April 1942. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Nun hau­sen wir schon eini­ge Stun­den im neu­en Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschla­fen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich muß­te doch noch sooo lieb Dein den­ken! Ach Her­ze­lein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­ha­ben müs­sen – […]

27. September 1941

[410927–2‑1] Sonn­abend, am 27. Sep­tem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter [Roland]! Du! Eben habe ich einen lan­gen Schrei­be­brief [sic] an die lie­ben Eltern nach K. been­det. Ich zähl­te ihnen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­ta­gen noch mit­ein­an­der unter­nah­men, erleb­ten. Wie wir Dich aus­rüs­te­ten auf die Rück­rei­se, damit sie sich nicht sor­gen! Und wie der letz­te […]

29. Mai 1941

[410529–2‑1] Don­ners­tag, am 29. Mai 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Es ist schon nach 4 Uhr, da ich Dir schrei­be. Ich habe eben mei­ne Por­ti­on Arbeit, die ich mir für heu­te vor­ge­nom­men hat­te, been­det. Uns[e]re bei­den Küchen habe ich gründ­lich gesäu­bert – für die Fei­er­ta­ge. Fens­ter­wä­sche frisch auf­ge­steckt. Nun ist […]

23. Mai 1941

[410523–2‑1] Frei­tag, am 23. Mai 1941. Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Heu­te bin ich zu Haus[‘], wenn ich Dir schrei­be. Und rings um mich her ruft die Arbeit, aber 2 Stun­den neh­me ich mir jetzt ein­fach weg, um mei­nem Herz­lieb zu schrei­ben! Drau­ßen ist‘s nicht beson­ders schön heu­te – zwar nicht […]

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