30. April 1942

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 30. April 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Nun hau­sen wir schon eini­ge Stun­den im neu­en Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschla­fen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich muß­te doch noch sooo lieb Dein den­ken! Ach Her­ze­lein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­ha­ben müs­sen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit mei­nem neu­en Arbeits­platz bin ich zufrie­den. Die Mor­gen- und Vor­mit­tags­son­ne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den hei­ßen Tagen will­kom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­li­cher her­auf in das Klap­pern der Schreib­ma­schi­ne und das Krit­zeln der Feder (das ist zusam­men mit dem Geklin­gel des Tele­fons der Schlach­ten­lärm der Schreib­stu­be). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vor­teil, daß wir unge­stör­ter arbei­ten kön­nen – den Nach­teil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neu­gie­rig. Wei­ter­le­sen!

27. September 1941

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Sonn­abend, am 27. Sep­tem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter [Roland]! Du!

Eben habe ich einen lan­gen Schrei­be­brief [sic] an die lie­ben Eltern nach K. been­det. Ich zähl­te ihnen auf, was wir an all den schö­nen Son­nen­ta­gen noch mit­ein­an­der unter­nah­men, erleb­ten. Wie wir Dich aus­rüs­te­ten auf die Rück­rei­se, damit sie sich nicht sor­gen! Und wie der letz­te Tag in der Hei­mat ver­lief. Sie wer­den sich gewiß recht freu­en, daß ich sie mit teil­ha­ben las­se an allem. 4 lan­ge Sei­ten sind es gewor­den. Wir sind heu­te soweit fer­tig mit unse­rem Pro­gramm (Rei­ne­ma­chen)[,] ich den­ke nicht dar­an, mich zu über­stür­zen. Wäh­rend ich schrieb, stand ein Hefe­ap­fel­ku­chen im Ofen. Wei­ter­le­sen!

29. Mai 1941

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Don­ners­tag, am 29. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!

Es ist schon nach 4 Uhr, da ich Dir schrei­be. Ich habe eben mei­ne Por­ti­on Arbeit, die ich mir für heu­te vor­ge­nom­men hat­te, been­det. Uns[e]re bei­den Küchen habe ich gründ­lich gesäu­bert – für die Fei­er­ta­ge. Fens­ter­wä­sche frisch auf­ge­steckt. Nun ist alles blitz­blank, kann der lie­be Hubo kom­men!!!!! Und mir gefällt es nun erst wie­der mal rich­tig bei uns. Ich hab’s [z]u ger­ne, wenn um mich her pein­li­che Sau­ber­keit herrscht, dann erst füh­le ich mich zuhaus. Wei­ter­le­sen!

23. Mai 1941

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Frei­tag, am 23. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Heu­te bin ich zu Haus[‘], wenn ich Dir schrei­be. Und rings um mich her ruft die Arbeit, aber 2 Stun­den neh­me ich mir jetzt ein­fach weg, um mei­nem Herz­lieb zu schrei­ben! Drau­ßen ist‘s nicht beson­ders schön heu­te – zwar nicht kalt – doch trü­be. Ich hab[‘] auch kei­ne Zeit zum Spa­zie­ren­ge­hen. Dann will ich mit Mut­ter Wäsche ein­wei­chen! Ja, mor­gen ist bei uns Wasch­fest! Da kannst Du an mich den­ken, Dicker­le! Wir brau­chen einen Wasch­mann, der uns die Wäsche gießt! Wie wär‘s denn? Du!! Soll ich tele­gra­phie­ren?!! Am Ende reg­net es mor­gen und Du brauchst Dein Amt gar­nicht anzu­tre­ten! Dann kapi­tu­lie­re ich ein­fach und gehe mir Dir fort, irgend­wo­hin, ins Grü­ne! Wei­ter­le­sen!

04. Mai 1941*

 

Einmarsch in Athen
Deut­sche Pan­zer fah­ren am Hafen Thes­sa­lo­nikis vor­bei, 04.1941. Quel­le: Athens, Pho­to­gra­phic Archi­ves of the Arms Histo­ry Direc­to­ra­te. © Arms Histo­ry Direc­to­ra­te, Athens, über Hel­le­nic For­eign Poli­cy (1936–1944), 01.2017.

[410504–1-1* unvoll­stän­dig, viel­leicht eine Mischung meh­re­ren Brie­fen]

[Thes­sa­lo­ni­ki,] Sonn­abend, den 3. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!

Wochen­en­de – nun ein­mal zur Abwechs­lung in Grie­chen­land. Ach Herz­lieb! Das klingt so leicht­hin und ist doch viel inhalts­schwe­rer. Vor einer Woche gin­gen die Gedan­ken 8 Tage vor­aus voll Span­nung auf das Kom­men­de. Nun sind wir an Ort und Stel­le, und all­zu­leicht ver­gißt man, was dazwi­schen lag. Wei­ter­le­sen!