23. März 1942

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[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 23. März 1942

Gelieb­tes, teu­res Weib! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Nun ist die lie­be Stun­de, in die mein Tag mün­det, mein Herz, mein Wesen: wenn ich bei Dir sein kann. Ganz allein sit­ze ich im Wach­stüb­chen – mit mei­nen Gedan­ken aber bin ich bei Dir, in Dei­nem Käm­mer­lein – noch näher: in Dei­nem Bet­te­lein, Du! oh Du!!! – noch näher: in Dei­nem Her­zen! Oh Gelieb­te! Du! Her­zens­schät­ze­lein, mein lie­bes Weib! Ganz leis[‘] umfan­gen möcht[‘] ich Dich, so leis[‘]! Daß Du gar nicht davon erwachst, daß Du lächelst wie im Traum, hold­se­lig, mein Enge­lein – mein lie­bes, lie­bes Herz­blü­me­lein – oh Du! Du!!! Ich habe Dich von Her­zen lieb, so lieb!!!

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29. November 1941

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Sonn­abend, am 29. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, guter [Roland]! Her­ze­lein Du!!

Wo soll ich denn gleich mal begin­nen heu­te. Du! So viel habe ich Dir zu sagen, und ich fin­de doch gar­nicht gleich den Anfang. Du! Der Tag war ja heu­te so vol­ler Schen­ken! So vol­ler Freu­de! Über­all und für alle. Also, nun schön der Rei­he nach. Es ist wie­der Abend gewor­den, da ich dazu­kom­me, mich zu Dir zu set­zen. Wir sit­zen alle drei im war­men Stüb­chen, Abend­brot ist eben vor­bei. Vater liest die Zei­tung, Mut­ter blät­tert in einem Buche und ich? Ach Du!! Fei­er­abend hal­te auch ich! Und Du weißt doch, wie ich ihmn am liebs­ten ver­brin­ge. Wei­ter­le­sen!

12. November 1942

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[Salo­ni­ki] Mitt­woch, 12. Nov.[ember] 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Wie mag es Dir heu­te erge­hen? Ich mach[‘] mir nun doch ein wenig Sor­ge. Woher hast Du nur die­se böse Erkäl­tung? Das übels­te ist der Hus­ten. Den mußt Du Dir bald­mög­lich vom Hal­se schaf­fen! Daß er Dich so quält. Ganz fein im Stüb­chen blei­ben, Herz­lieb, und der Gesund­heit zulie­be alles rücksichtslos bei­sei­te­schie­ben! Du kannst es Dir noch leis­ten. Wei­ter­le­sen!

24. August 1941

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Sonn­tag, den 24. August 41

Mein lie­bes, teu­res Herz! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te!

Wo bist Du denn eben jetzt? Herz­lieb? Komm zu mir! Setz Dich lieb neben mich, ganz nahe – noch ein bis­sel näher – ach gleich auf mei­nen Schoß, Her­ze­lein! Ich möch­te Dir ganz lieb etwas sagen. Wirst [Du] mir fein zuhö­ren? Das Man­ner­li wird erst am Diens­tag bei Dir sein. Ach Du! Sei nicht bös[‘] jetzt – oder sei es und grol­le mir – Dein Man­ner­li ist ja schon auf dem Weg zu Dir in die­sem Augen­blick. Und mor­gen, Sonn­tag, wo es bei Dir ein­keh­ren woll­te, da ist es Dir schon so viel näher. Und noch ein­mal schla­fen, Mon­tag, da soll doch schon das Tele­gramm kom­men – und dann dau­ert es gar nim­mer lan­ge. 48 Stun­den nur mehr Geduld, Herz­lieb – das Man­ner­li auch! Und war­um? Wei­ter­le­sen!

18. August 1941

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Mon­tag, den 18. August 1941

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de], Du!!!

Für Dei­nen lie­ben Boten vom Diens­tag sei recht, recht lieb bedankt. Es ist mir so lieb zu wis­sen, daß Du mich in mei­nem Sor­gen ver­stan­den hast, daß Du mitra­ten hilfst in uns[e]rem Her­zens­an­lie­gen. Ich habe es nicht anders erwar­tet, Gelieb­te! So gewiß Du sein darfst, daß mei­ne vor­ge­tra­ge­nen Sor­gen kei­ne Aus­flucht und kein Aus­wei­chen sind, so bin ich es dar­über, daß Du nicht kurz­sich­tig und schmol­lend die Erfül­lung un[e]sres Her­zens­wun­sches über­ei­len willst. Wei­ter­le­sen!