Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Sehnsucht

26. November 1942

Don­ners­tag­abend, den 26. Nov. 1942 

Her­zens­wei­berl! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Schät­ze­lein! So hast Du es wohl noch nicht erlebt wie ich: allein haus­hal­ten, Quar­tier bezie­hen bei frem­den Men­schen – für Jah­re – an frem­dem Orte leben – und dann viel allein sein, des abends. Allein sein – und neben­an oder drun­ter das Leben einer Fami­lie spüren. […]

25. November 1942

Mitt­woch, den 25. Novem­ber 1942 

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Du wirst nun heim sein von der Schar. Wirst immer noch nicht recht zur Ruhe gekom­men sein. Dein Bote ist heu­te aus­ge­blie­ben. Ja, Dein Man­ner­li ist bes­ser dran – nach 6 Uhr hat es sei­nen Fei­er­abend, über den es frei ver­fügt. Und meist ist es allein. Hein­rich ist schon wieder […]

23. November 1942

Mon­tag­abend, am 23. Novem­ber 1942.

34.)

Gelieb­tes Herz! Mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]!

Wirst den­ken, ich sei um die­se Abend­stun­de – es ist gleich 10 Uhr – noch auf dem Haupt­bahn­hof beim Dienst. Aber nein, ich bin schon zuhaus! Und kom­me nun noch, Dir Gute­nacht­sa­gen, Du!! Du!!!

22. November 1942

33.) Toten­sonn­tag, am 22. Novem­ber 1942. abends [sic].

Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du mein gelieb­tes Her­zens­man­ner­li! Du! Oh Du! 

End­lich bin ich wie­der bei Dir. Ach, es hat für mich schier Engels­ge­duld gekos­tet, aus­zu­har­ren bis zu die­ser Stun­de. Du!!! Es ist doch schon wie­der abends um 6 Uhr und fins­ter schon. Ich sit­ze beim Lam­pen­schein, Vater ging eben mal zur […]

21. November 1942

Sonn­abend, am Abend — 21. Novem­ber 1942. 

Gelieb­ter! Du!! Mein Ein­zig­ge­lieb­ter! Her­zens­man­ner­li! Mein [Roland]!

Ach Schät­ze­li! Auf­at­men kann ich jetzt! Komm zu mir! An mein Herz! Oh gelieb­tes Her­ze­lein! Wie seh­ne ich mich in die­ser Abend­stun­de so innig nach Dei­ner Nähe. Ich bin daheim. Ganz nun wie­der bei Dir – unge­stört. Oh Herz­al­ler­liebs­ter mein! Ich möch­te mich ganz dicht an […]

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