Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Sehnsucht

01. November 1942

Sonn­tag, den 1. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne [Hil­de]!

Der Tag neigt sich. Und nun kom­me ich erst dazu, Dein zu den­ken. Bis jetzt fand ich kei­ne Ruhe weil ich doch Dienst habe. Ich bin heu­te U.v.D. in Unter­kunft I, das ist, wo ich sel­ber woh­ne. Da ruft es oft an, die Arrestan­ten müs­sen her­aus­ge­las­sen wer­den […]

30. Oktober 1942

[421030–2‑1]

14.)

Frei­tag, am 30. Okto­ber 1942. Am Abend.

Mein [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter Du! Mein Her­zens­man­ner­li!

Fei­er­abend habe ich nun. Die Uhr zeigt 20 Minu­ten nach 800 [Uhr]. Bin doch eben aus dem Wänn­lein gestie­gen, Du! nach­dem [sic] wir schon den zwei­ten Nach­mit­tag andau­ernd mit Was­ser und Sei­fe zu tun hat­ten! – ja [sic], […]

27. Oktober 1942

[421027–2‑2]

Diens­tag­abend am 27. 10. 1942.

Gelieb­ter!

Ich bin wie­der zuhau­se. Die Uhr zeigt ½ 1100 [Uhr] vor­bei. Alles ist still. Sie schla­fen. Nur eine Flie­ge summt noch um den war­men Ofen. Ich sit­ze beim Schein uns­rer Lese­lam­pe, Du! Ich hat­te doch schon begon­nen, mich aus­zu­zie­hen fürs Bett­lein, als ich mein Nacht­hemd über­zog, […]

23. Oktober 1942

[421023–1‑1]

Frei­tag, den 23.Okt.1942

Lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Regen­tag ist heu­te nach viel schö­nen Herbst­ta­gen mit kal­ten Näch­ten. Schön ist es am Regen­tag in der Stadt. Aber wenn man dar­an denkt, wie er die Öde so man­cher Stel­lung uns­rer Front­sol­da­ten in Trost­lo­sig­keit ver­wan­delt! Wir müs­sen wohl auch Voll­mond haben. Habe doch kaum Gele­gen­heit nach dem Him­mel[…]

23. Oktober 1942

[421023–2‑1]

8.)

Frei­tag, am 23. Okto­ber 1942.

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, guter [Roland], Du! Ach, Du! Du!! Komm setz Dich zu mir, gib mir Dei­ne lie­be Hand, lehn Dein Köpf­chen an mich, Herz­lieb! Ruh Dich aus – ach Du! Wer­de still, ganz still bei mir. Und schenk mir dadurch die Kraft, daß auch ich ganz stil­le bin und auf mich […]

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