22. Marz 1942

[420322–2-1]

[O.] Sonn­tag, am 22. März 1942.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Lie­ber, liebs­ter [Roland] Du!

Sonn­tag­mor­gen ist, die lie­be Son­ne scheint – aber stür­misch ist’s drau­ßen. Da wird alle Näs­se vom Tau­wet­ter gut abtrock­nen. Ich bin allein heu­te, Her­ze­lein! Nur am Vor­mit­tag. Die Oma rief ges­tern an, ob die Eltern könn­ten mal [ein] paar Stun­den hel­fen kom­men. Heu­te fin­det doch über­all im Rei­che die Über­wei­sung der 14 jäh­ri­gen statt. Das ist sowas wie par­tein­amt­lich auf­ge­zo­ge­ne Kon­fir­ma­ti­on, mei­nes Erach­tens.

“22. Marz 1942” wei­ter­le­sen

16. Dezember 1941

[411216–1-1]

[Salo­ni­ki] Diens­tag, den 16. Dez. 1941.

Mein lie­bes teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Her­zens­schät­ze­lein! Ich war doch mit mei­nen Gedan­ken gar nicht recht bei mei­ner Arbeit heu­te – ach Du, ich bin es ja so oft nicht – habe immer dar­nach aus­ge­schaut, aus­zu­bren­nen und mit Dir zu plau­dern; aber es ging nicht. Und nun ist es doch schon wie­der spät am Abend. Die Mit­tag­frei­zeit haben wir uns über Geschäf­ten ver­lau­fen. Wei­ter­le­sen!

24. November 1941

Medicine aryballos Louvre CA1989-2183 n2.jpg
Phy­si­ci­an trea­ting a pati­ent. Red-figu­re Attic ary­bal­los. 480–70 BC, Lou­vre, Paris. Foto: Marie-Lan Ngu­y­en, 2011. Über Wiki­me­dia Com­mons, Lizenz CC-BY 3.0, 11.2017.

[411124–1-1]

Mon­tag, den 24. Novem­ber 1941

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Die Post arbei­tet jetzt ver­blüf­fend schnell, und heu­te schon erreich­te mich Dein lie­ber Bote vom 20. Novem­ber. Dazu kam ein ver­spä­te­ter Bote vom 10. Nov.[ember], der mit dem Kon­zert­pro­gramm. Her­ze­lein! Laß Dir dan­ken für alle rei­che Lie­be, die mir so mich erwärmt und durch­sonnt und froh­wer­den läßt. Wei­ter­le­sen!

12. October 1941

[411012–1-1]

[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 12. Okto­ber, 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mein lie­bes teu­res Weib!

Es tat mir ja so leid, daß ich ges­tern so schnell mich los­rei­ßen muß­te und den Brief so halb fer­tig in den Kas­ten ste­cken – aber er wür­de Dich sonst nicht pünkt­lich errei­chen – und ich hat­te es Kame­rad K. nun ein­mal ver­spro­chen. Er hat mich in eine Bar mit­ge­nom­men. Vom Kino kamen wir ab, weil wir dann nicht hät­ten zusam­men­ge­hen kön­nen, er hat den „Post­meis­ter“ schon gese­hen. Wei­ter­le­sen!

15. Juni 1941*

[410615–2-1 * Unvoll­stän­dig]

Sonn­tag, am 15. Juni 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du!!!

Ich sit­ze am Tische, ganz allein, es ist kurz nach 2 Uhr – der Rund­funk mel­det eben die Über­tra­gung des Bei­trit­tes Kroa­ti­ens zum Drei­mäch­te­pak­tes, der in Vene­dig statt­fand. Ich schal­te ab, um die kur­ze Zeit bis zu mei­nem Gang nach dem Treff­punkt der Kan­to­rei, „Ditt­rich“ [sic] mit Dir zu plau­dern, mein Herz­lieb! Der Vater schläft, die Mutsch [is]t heu­te früh mit dem 8 Uhr Bus nach M., das Bär­be­le fie­bert, da muß Mut­ter Lene kom­men. Hof­fent­lich ist es nichts Ernst­li­ches mit dem Kind. Wei­ter­le­sen!