Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Schuld

1. Februar 1941

[410201–2‑1] Sonn­abend, am 1. Febru­ar 1941. Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!! Mei­ne Hän­de wol­len noch gar­nicht [sic] so recht wie ich will! Sie sind noch ganz steif und unge­lenk – ach über­haupt, heu­te ist wie­der mal alles kalt und abge­stor­ben an Dei­ner [Hil­de]! Du!! Weil sie seit früh­mor­gens auf den Bei­nen […]

12. Dezember 1938

  [381212–2‑1] O., am 11.12.1938. am 12.12.1938. Lie­ber [Roland]! Es ist jetzt 1/2 5. Seit einer hal­ben Stun­de bin ich wie­der zurück aus der Stadt (L.). Ich erle­dig­te mit Mut­ter Weih­nachts­ein­käu­fe, heu­te am sil­ber­nen Sonn­tag sind die Geschäf­te offen. So viel Betrieb und Kin­der­ju­bel sah ich sel­ten bei­sam­men. Die Hele­nen­stra­ße ist ins [r]einste Mär­chen­land ver­wan­delt […]

03. Dezember 1938

[381203–1‑1] L. am 3. Dezem­ber 1938. Lie­be [Hil­de]! Viel­leicht sind Sie aus mei­nem Brief gar nicht recht klug gewor­den. Er ist voll dunk­ler Stim­mun­gen, es sind wenig kla­re Gedan­ken dar­in. Und eines tut mir heu­te auf­rich­tig leid, lie­be, lie­be [Hil­de], daß ich den Brief­schluß ein [sic] Grad weni­ger herz­lich hielt. Ich schrieb den Brief unter […]

21. November 1938

[381121–1‑1] L. am 21. 11. 1938. am Mon­tag Lie­be [Hil­de]! Ein wenig trau­rig bin ich heu­te. Wie flüch­tig sind doch ein paar schö­ne Stun­den. Ich möch­te gern dem gest­ri­gen Tage nachträu­men und mein Herz aus­schwin­gen las­sen. Alles ist mir zuwi­der und stört mich. Ein wenig müde bin ich auch noch. Daß ich allein bin, emp­fin­de […]

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