1. Februar 1941

T&Savatarsm[410201–2‑1]

Sonn­abend, am 1. Febru­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!!

Mei­ne Hän­de wol­len noch gar­nicht [sic] so recht wie ich will! Sie sind noch ganz steif und unge­lenk – ach über­haupt, heu­te ist wie­der mal alles kalt und abge­stor­ben an Dei­ner [Hil­de]! Du!! Weil sie seit früh­mor­gens auf den Bei­nen ist bei die­ser Mords­käl­te. Bloß das Her­zel ist warm! Du!!! Aber ganz warm! Wei­ter­le­sen!

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12. Dezember 1938

 

Friedrich der Große, Holzschnitt, von Adolph Menzel, 1839-42, in Franz Theodor Kugler, Geschichte Friedrichs des Großen, Leipzig: Hermann Mendelssohn, 1856, http://friedrich.uni-trier.de/de/kugler/uc_p1/, herunterladen Okt. 2013
Fried­rich der Gro­ße, Holz­schnitt von Adolph Men­zel, 1839–42, in Franz Theo­dor Kug­ler, Geschich­te Fried­richs des Gro­ßen, Leip­zig: Her­mann Men­dels­sohn, 1856, http://friedrich.uni-trier.de/de/kugler/uc_p1/, her­un­ter­ge­la­den 10/2013.

[381212–2‑1]

O., am 11.12.1938.

am 12.12.1938.

Lie­ber [Roland]!

Es ist jetzt 1/2 5. Seit einer hal­ben Stun­de bin ich wie­der zurück aus der Stadt (L.). Ich erle­dig­te mit Mut­ter Weih­nachts­ein­käu­fe, heu­te am sil­ber­nen Sonn­tag sind die Geschäf­te offen. So viel Betrieb und Kin­der­ju­bel sah ich sel­ten bei­sam­men. Die Hele­nen­stra­ße ist ins [r]einste Mär­chen­land ver­wan­delt wor­den. An fest­li­chen Gir­lan­den hän­gen die ver­schie­dens­ten Mär­chen­bil­der, mit unzäh­li­gen elek­tri­schen Lämp­chen umrahmt; abends muß das ein wun­der­ba­res Bild abge­ben.

Um 4 begann das Kon­zert. Ich den­ke jetzt ganz fest an Sie und ich wün­sche mir, daß ich dabei sein könn­te, Ihnen zuhö­ren.

Ob recht vie­le Leu­te gekom­men sind? Die Zuhö­rer wer­den Ihnen alle dank­bar sein, dar­an zweif­le ich nicht.

Lie­ber [Roland]! Am Sonn­abend erhielt ich Ihren lie­ben Brief — ich öff­ne­te nicht ohne Herz­klop­fen. Wei­ter­le­sen!

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03. Dezember 1938

[381203–1‑1]

L. am 3. Dezem­ber 1938.

Lie­be [Hil­de]!

Viel­leicht sind Sie aus mei­nem Brief gar nicht recht klug gewor­den. Er ist voll dunk­ler Stim­mun­gen, es sind wenig kla­re Gedan­ken dar­in. Und eines tut mir heu­te auf­rich­tig leid, lie­be, lie­be [Hil­de], daß ich den Brief­schluß ein [sic] Grad weni­ger herz­lich hielt. Ich schrieb den Brief unter einem bösen Druck, der nun zwei Tage auf mir las­te­te, seit­dem ich Ihren Brief emp­fing. Heu­te, am Sonn­abend­nach­mit­tag ist er von mir gewi­chen, ich sehe wie­der klar und set­ze mich hin, mei­ne Gedan­ken nie­der­zu­schrei­ben. Wei­ter­le­sen!

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21. November 1938

[381121–1‑1]

L. am 21. 11. 1938.

am Mon­tag

Lie­be [Hil­de]!

Ein wenig trau­rig bin ich heu­te. Wie flüch­tig sind doch ein paar schö­ne Stun­den. Ich möch­te gern dem gest­ri­gen Tage nachträu­men und mein Herz aus­schwin­gen las­sen. Alles ist mir zuwi­der und stört mich. Ein wenig müde bin ich auch noch. Daß ich allein bin, emp­fin­de ich heu­te dop­pelt. Wie weit sind wir von­ein­an­der ent­fernt. Aber das soll uns nicht mut­los machen. 11 schlug es vom Tur­me, als ich heim­kam. Es blies ein fri­scher Wind. Der Him­mel war bedeckt. Ich such­te nach den Ster­nen — nicht umsonst. Bis Dres­den hat­te ich ein [g]anzes Abteil für mich — ich war so froh, habe das Licht aus­ge­löscht und träum­te hin­aus in die Nacht. Sie hat­ten sich so schön gemacht für mich — lie­be, gute [Hil­de] — schon immer, wenn wir uns tra­fen. Habe ich auch ein wenig Freu­de und Dank erken­nen las­sen?

Nun weiß ich erst recht, wie grau­sam es war, daß Sie am letz­ten Male so trau­rig nach Hau­se fah­ren muß­ten. Wei­ter­le­sen!

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