Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Schmerz

01. Dezember 1938

[381201–1‑1] L. am 1.12.1938 Lie­be [Hil­de]! 14 Tage sind fast dar­über ver­gan­gen, daß wir uns sahen. Die Ein­drü­cke ver­blas­sen. 14 Tage sind noch hin, ehe wir uns wie­der­se­hen. Da tre­ten die Brie­fe wie­der in ihre Rech­te. Es ist etwas Eige­nes um so einen Brief. Da hal­te ich die Bogen in Hän­den, die vor­her in Ihrer […]

02. November 1938

[381102–1‑1] L. am 2. Nov. 1938 Lie­be [Hil­de]! Heu­te ist Mitt­woch, der Wochen­tag, auf den ich mich sonst freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ihnen allein sein. Heu­te habe ich mich gefürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Gedan­ken kom­men wie­der und die böse Erin­ne­rung plagt mich. […]

11. Oktober 1938

[381011–2‑1] O., am 9. Okto­ber 1938. am 11. Okto­ber 1938. Lie­ber Herr [Nord­hoff]! Vie­len Dank für den lie­ben, lan­gen Brief. Bevor ich nun wei­ter­schrei­be, müs­sen wir aber min­des­tens eine Minu­te Geden­ken opfern für ein klei­nes und doch für mich so gro­ßes Ereig­nis: Ich habe am letz­ten Male den 25. Brief von Ihnen erhal­ten! Auch müs­sen wir der […]

15. Juni 1938

[380615–1‑1] 14.6.38 L. am 15.6.38 Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Zum Dank schrei­be ich Ihnen, was ich am 15. Mai in mein Tage­buch schrieb.— „Sagen Sie, haben Sie im Leben auch ein­mal einen Men­schen so recht von Her­zen lieb gehabt?” So frag­ten Sie damals. Die­se Fra­ge hat mich erschüt­tert, hat an mein Herz gerührt. Das hat mich in […]

16. Mai 1938

[380516–1‑1] L. am 16. Mai 1938. Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]! Unser Brief­wech­sel ist an einem Punk­te ange­langt, über den hin­aus er mit Gewinn nur geführt wer­den kann, wenn wir ganz ehr­lich zu uns selbst und vor­ein­an­der sind, und die­se Bedin­gung stellt mich vor die Ent­schei­dung, ob ich zum ers­ten Male in mei­nem Leben mich einem Men­schen anvertrauen […]

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