9. November 1941

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Sonn­tag, am 9. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Du mein liebs­ter [Roland]! Mein Her­zens­man­ner­li!

Da haben sie nun Dei­nem Wild­fang so recht ein­mal die Flü­gel beschnit­ten! Ganz matt und schwach sitzt er jetzt auf dem Sofa und hat kaum soviel [sic ]Kraft in den Armen, die Feder zu füh­ren. Du! Das alles läßt mich doch nicht wer­fen [sic]. Ich muß heu­te trotz­dem ein bis­sel mit Dir reden und wenn es nur [ein] paar Wor­te sind. Ach Du! Weißt ja so genau, daß ich immer stil­le Zwie­spra­che mit Dir hal­te, auch wenn ich Dir nicht schrei­be! Wei­ter­le­sen!

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13. Juli 1941

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Am Hoch­zeits­tag 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mei­ne [Hil­de]! Mein lie­bes, teu­res Weib!

So eigen ist mir heut! Und gar nicht zum Schrei­ben, weil das Herz so über­voll ist! Ach, könn­test Du es sehen heu­te, froh und beglückt, wie Du es bewegst, wie Du es erbe­ben machst, wie es zit­tert vor Dir, vor Dir allein, gelieb­tes Wesen! Oh Gelieb­te! Wie schaust Du mich an!!! Wie beglückst Du mich!!! Wie sooo lieb bist Du zu mir gekom­men!!!!! Wei­ter­le­sen!

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05. Juni 1941

[410605–2‑1]

Don­ners­tag, am 5. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!!

Du!! Jetzt habe ich mich ein­mal frei­ge­macht von mei­nem Quäl­geist, die Mutsch ist bei ihm! Es ist 7 Uhr durch, die Tan­te woll­te gegen Abend her­kom­men, um Bär­bel zu holen. Sie wer­den wohl erst mit dem 8 Uhr Bus in O. ankom­men nun. Ich fah­re nun nicht noch ein­mal mit nach M., das wird mir zu spät. Ent­we­der muß die Tan­te allein fah­ren, oder geht die Mutsch ein Stück mit. Wei­ter­le­sen!

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21. Mai 1941

[410521–2‑1]

Mitt­woch, am 21. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Du!! Dein lie­ber Bote vom Don­ners­tag, dem 15.V. ist schon bei mir! Die ande­ren ste­hen noch aus, auch Dein Mitt­woch­brief. Son­der­bar, wie unre­gel­mä­ßig die Post abgeht, gar­nicht [sic] der Rei­he nach? Und nur 5 Tage hat er gebraucht, bis her zu mir kam! Der Post­ver­kehr spielt sich also doch immer bes­ser ein. Wei­ter­le­sen!

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19. Mai 1941

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Mon­tag, am 19. Mai 1941.

Mein Herz­lieb!

Da hat­te ich mir nun für heu­te ein Pro­gramm auf­ge­stellt und als ich [um] ½ 8 Uhr erwa­che, her­aus­sprin­ge aus dem Bett, um schnell nach Mutsch zu seh[e]n, da war der Vogel schon aus­ge­flo­gen und das Nest leer! Ich wuß­te nicht, was ich den­ken soll­te. Vater kam aus dem Kel­ler – der hat die­se Woche Nacht­dienst und ist dar­um heu­te zu Haus – ich fra­ge ihn nach Mutsch. „Ach, die ist schon in’s Geschäft! Es war ihr wie­der wohl!“ [Du] Kannst Dir wohl den­ken, wie froh [ich] da war! Herz­lieb! Mir gefällt’s näm­lich nicht, wenn die Mutsch krank ist. Da füh­le ich mich so bedrückt! Ich hab[‘] sie ger­ne mal daheim, aber nur nicht krank! Wei­ter­le­sen!

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