11. Juli 1941

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Frei­tag, den 11. Juli 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!

Mein Herz­lieb ist doch auf der Rei­se ganz mit dem Kalen­der durch­ein­an­der­ge­kom­men, ich mei­ne jetzt mit dem Zet­tel­ka­len­der. Dein lie­bes Geden­ken von der Sta­ti­on der Heim­rei­se erreich­te mich heu­te, datiert vom 5.6.41 (!) der Post­stem­pel aber lau­tet vom 4.7.41. Ist mei­nem Wei­berl eine 1 ver­rutscht. Nun ist es gewiss längst zu Hau­se, ganz schnell ist es gefah­ren, Du! Mein Herz­lieb! Mein ein­zi­ges! Flieht nach Hau­se! Flieht zum Man­ner­li! Du! Du!! Gelieb­te! Komm zu mir! Birg Dein lie­bes Köpf­chen an mei­nem Her­zen! Mein Reh­lein! Mein Herz­blü­me­lein! Hier bist Du daheim! Hier bist du gebor­gen! Du!! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

14. Juni 1941

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Sonn­abend, den 14. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Weißt [Du], wann es jetzt ist, daß ich Dir schrei­be? Des Sonn­tags in der Mor­gen­frü­he. Die Kame­ra­den schla­fen noch. Der Hubo ist ganz leis[‘] aus sei­nem Bett­lein gestie­gen, damit sein Herz­lieb auch recht­zei­tig sei­nen Gruß und Kuß kriegt. Du! Jetzt[,] da die Post wie­der so gut geht, kann man nicht schwin­deln und sich her­aus­re­den. Denk [nur], 6 oder 7 Tage nur braucht sie jetzt auch zu mir. Fein ist das! Sind doch die Nach­rich­ten nicht ganz über­holt und die Kussel [sic] nicht gar so alt­ba­cken. [Ich] Will Dir nur gleich ein ganz lie­bes geben, Du!!! Aber – das Lecker­mäul­chen ist ja noch so tief in die Kis­sen ver­gra­ben – bloß der Haar­schopf ist zu sehen. Ein Haar im Kussel, das ist nicht fein. Aber dort unten – schaut das Bei­nel [sic] [he]raus – das soll das Kussel krie­gen! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

04. Mai 1941*

 

Einmarsch in Athen
Deut­sche Pan­zer fah­ren am Hafen Thes­sa­lo­nikis vor­bei, 04.1941. Quel­le: Athens, Pho­to­gra­phic Archi­ves of the Arms Histo­ry Direc­to­ra­te. © Arms Histo­ry Direc­to­ra­te, Athens, über Hel­le­nic For­eign Poli­cy (1936–1944), 01.2017.

[410504–1-1* unvoll­stän­dig, viel­leicht eine Mischung meh­re­ren Brie­fen]

[Thes­sa­lo­ni­ki,] Sonn­abend, den 3. Mai 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­lieb! Gelieb­te mein!!

Wochen­en­de – nun ein­mal zur Abwechs­lung in Grie­chen­land. Ach Herz­lieb! Das klingt so leicht­hin und ist doch viel inhalts­schwe­rer. Vor einer Woche gin­gen die Gedan­ken 8 Tage vor­aus voll Span­nung auf das Kom­men­de. Nun sind wir an Ort und Stel­le, und all­zu­leicht ver­gißt man, was dazwi­schen lag. Wei­ter­le­sen!

27. April 1941

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Sonn­tag, am 27. April 1941.

Mein liebs­ter [Roland]! Du!! Mein Herz­lieb! Herz­al­ler­liebs­ter mein!!

Du!!! Jetzt muß ich Dich erst ein­mal ganz fest in mei­ne Arme schlie­ßen! – Oh Du!! Sooo ganz fest! Ein so fro­her Sonn­tag ist mir heu­te beschert wor­den! Du!! Der 27.4. ist heu­te – 27+4=31! Ich hab’s ja schon geahnt! Gelieb­ter!! Jubel und Freu­de sind in mir! Ach Du!! Du!! Einen ganz lie­ben, lan­gen Kuß muß ich Dir schen­ken! Wenn auch alle dabei sind – was kümmert’s mich? Ich hab[‘] Dich sooooo lieb! Ich bin sooo glück­lich heu­te!! Wei­ter­le­sen!

26. Juni 1941

Heinz Rüh­mann, Para­dies der Jung­ge­sel­len, Komö­die, Deutsch­land, 1939, inkl. das Lied “Das kann doch einen See­mann nicht erschüt­tern”. Cinema.de, 01.2016

[410626–2-1]

S., Don­ners­tag am 26. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Du mein herz­lie­bes Man­ner­li! Liebs­ter!!

Es ist schon 8 Uhr heu­te, da ich erst dazu kom­me, Dein zu den­ken. Ich sit­ze auf dem Bal­kon, am klei­nen Tisch, an Dei­nem Schrei­be­tisch Herz­lieb! Und ein gro­ßer Busch Mar­gue­ri­ten steht in einer blau­en Vase neben mei­nem Brief­pa­pier. Alle Som­mer­gäs­te pro­me­nie­ren unten vor­bei nach der schat­ti­gen Allee [he]runter – der Tag war heu­te son­nen­los, aber sehr, sehr schwül! Es kam nicht zu einem Gewit­ter auch nicht zum Reg­nen. Wei­ter­le­sen!