30. April 1942

[420430–2-1]

Don­ners­tag, am 30. April 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes treu­es Herz! Mein liebs­ter [Roland]!

Nach­mit­tags um 3 Uhr ist es jetzt. Ich bin nun fer­tig mit mei­ner Arbeit im Hau­se; fer­tig für heu­te. Schon alles rei­ne­ge­macht habe ich, weil gro­ße Wäsche bevor­steht; damit wir uns nicht so zu über­an­stren­gen brau­chen. Wir wer­den wohl Sonn­abend Sonn­tag waschen, – der 1. Mai wird dies­mal am 2. Mai gefei­ert – da ist Mut­ter frei und Papa muß Küchen­chef spie­len! Ich bin ja bloß gespannt, ob wir da etwas zu essen bekom­men, oder wird er so lang kos­ten, bis nichts mehr übrig ist! Wei­ter­le­sen!

01. Oktober 1941

T&Savatar[411001–2-1]

Mitt­woch, am 1. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Heu­te sieht der Him­mel aus wie ein schmut­zi­ger Sack. Grau in grau, bis nach 900 [Uhr] vor­mit­tags muß­te ich Licht bren­nen! Das vor­aus­ge­ahn­te Regen­wet­ter ist da! Und in einem Aus­ma­ße, daß [sic] an Ergie­big­keit nichts zu wün­schen übrig läßt. Na, mei­net­we­gen – ich kann im Trock[e]nen sit­zen und Du? Herz­lieb? Du mußt Dich auch nicht mehr d[a]rüber grä­men; denn Du hast viel­leicht eitel Son­nen­schein um Dich heu­te?! Wei­ter­le­sen!

10. August 1941

[410810–2-1]

Sonn­tag, am 10. August 1941.

Gelieb­tes Her­ze­lein! Du!! Herz­lieb! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Es ist Sonn­tag­nach­mit­tag, wir sind fer­tig mit uns[e]rer Haus­ar­beit – haben gut zu Mit­tag geges­sen – nun schläft der Vater, die Mut­ter sitzt an der Näh­ma­schi­ne und rich­tet sich für mor­gen einen fri­schen Arbeits­staat zusam­men. Ich hät­te ja auch zu nähen und zu fli­cken und zu stop­fen und zu waschen und zu plät­ten ach – was weiß ich noch! Aber – ich sage mir: wenn Du alles auf ein­mal machst, dann wer­den Dir die letz­ten Tage des War­tens zur Ewig­keit, ohne Arbeit! Wei­ter­le­sen!

11. Mai 1941

[410511–2-1]

Sonn­tag, am 11. Mai 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­lieb mein!!

Der ers­te der 3 Eis­hei­li­gen tritt heu­te vor. Man spürt’s ja auch! Schnee­ge­stö­ber noch und noch, ich glau­be, heu­te schneit es bloß ein­mal. Du! Ich hab[‘] das scheuß­li­che Wet­ter aber bald satt! Dabei bin ich nun sooo brav! Und alles nützt nischt! Wei­ter­le­sen!

07. Mai 1941

[410507–2-1]

Mitt­woch, am 7.Mai 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein lie­ber, guter [Roland]! Du!!

Drau­ßen tobt sich bun­tes Flo­cken­ge­wim­mel aus. Ich sit­ze im war­men Stüb­chen und den­ke Dein, Herz­lieb! Du!! Es kam noch kein Brief heu­te von Dir an. Viel­leicht mor­gen? Wei­ter­le­sen!