22. Juni 1940

Bundesarchiv Bild 146-1982-089-18, Waffenstillstand von Compiègne, Unterhändler
Frank­reich, Com­pièg­ne.- Deutsch-fran­zö­si­sche Waf­fen­still­stands­ver­hand­lun­gen.- Wil­helm Kei­tel, Charles Hunt­zi­ger; 22.06.1940. DBa, Bild 146‑1982-089–18 / CC-BY-SA, über Wiki­me­dia Com­mons, 06.2015.
[400622–1‑1]

S. am 22. Juni 1940.

Haupt­quar­tier des Bräu­ti­gams.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de], Du!

Zwei Brie­fe habe ich schon geschrie­ben, Du, nun mußt Dich mit dem begnü­gen, was noch übrig ist. Na, dann gleich mal ein Drü­ckerl [sic] und ein Bus­serl vor­weg, die sind alle noch da, ist noch kein[e]s ver­schrie­ben, Du! Es ist so warm, und am liebs­ten tät[e] ich ja jetzt a bis­serl Mit­tags­stun­de hal­ten, wenn[‘]s nur allein nicht so ein­tö­nig wä[re]. Ach Du! Wenn ich an den drei Wochen ent­langsehe, dann kom­men sie mir schon gar lang vor, ein wenig grau­sam, die letz­ten Wochen Jung­ge­sel­le und Bräu­ti­gam! Aber 3 Wochen sind’s gar nicht mehr ganz, mer­ke ich eben, Du! Na, und wenn es eins von uns gar nicht aus­hal­ten könn­te – – aber kei­ne Pro­be draus­ma­chen, wie lieb eins das and[e]re hat, sonst kom­me ich gleich. Wei­ter­le­sen!

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02. April 1939

[390402–2‑1]

O., am 2.4.1939.

O., am 29. März 1939.

Mein lie­ber [Roland]!

Nun hal­ten mich All­tag und Pflicht wie­der ganz umfan­gen. Auch die Pflicht Dir, Lie­ber, zu schrei­ben mahnt mich; wir haben es nach einem Bei­sam­men­sein immer so gehal­ten, daß uns[e]re Brie­fe sich kreu­zen.

Soll es dies­mal anders wer­den? Wei­ter­le­sen!

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20. Dezember 1938

[381220–2‑1]

O., am 20. Dezem­ber 1938.

Mein lie­ber [Roland]!

Weil es doch dies­mal Ihr Geburts­tag­brief ist, darf ich die­se Anre­de gewiß gel­ten las­sen. Viel­leicht bleibt sie bestehen, im neu­en Jah­re?

Ist es Unrecht, wenn ich zuerst wage, den Anfang ein Grad herz­li­cher zu gestal­ten?

Beim Brief­schluß tru­gen Sie sich als Ers­ter mit dem Gedan­ken, ein wenig mehr Herz­lich­keit hin­ein­zu­le­gen. Wir arbei­te­ten dann bei­de dar­an. Obgleich ich den Schluß Ihrer Brie­fe nie­mals ohne Nach­druck las, so ist doch eine gro­ße, heim­lich Freu­de dabei, wenn ich die Unter­schrif­ten der Brie­fe vom Anfang bis jetzt durch­ge­he und sehen kann, daß die Freund­schaft und das Ver­trau­en zwi­schen uns nun schon so groß sind, daß wir nie­der­schrei­ben, was wir für­ein­an­der emp­fin­den. Und ich kann nicht glau­ben, daß Sie mich jetzt ver­ur­tei­len wür­den, nach­dem ich doch am Sonn­tag etwas weit­aus Schlim­me­res tat — Sie waren nicht böse, oder ent­setzt, wie ich das wagen konn­te — ich muss­te, ich konn­te ein­fach nicht anders. Ich habe Sie lie­ber als mei­ne Mut­ter; denn sie küß­te ich noch nicht auf den Mund.

Hin­ter­her hab[‘] ich mich sehr geschämt. Was muß­ten Sie in dem Augen­blick von mir hal­ten? Wei­ter­le­sen!

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02. November 1938

[381102–1‑1]

L. am 2. Nov. 1938

Lie­be [Hil­de]!

Heu­te ist Mitt­woch, der Wochen­tag, auf den ich mich sonst freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ihnen allein sein. Heu­te habe ich mich gefürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Gedan­ken kom­men wie­der und die böse Erin­ne­rung plagt mich. Nach 12 habe ich eine Vier­tel­stun­de still gelauscht und wur­de etwas ruhi­ger, weil ich den Brief in Ihrer Hand wuß­te. Aber nun kommt die Unru­he wie­der über mich. Ich will mich aus­lau­fen, nach B.. Aber die trü­ben Gedan­ken wer­den mit­ge­hen. Der Gedan­ke macht mich ganz unglück­lich, daß wir die böse Erin­ne­rung erst in 4 Wochen aus­lö­schen sol­len. Wol­len wir uns nicht nächs­ten Sonn­tag tref­fen? Die­ser Gedan­ke nur kann mich trös­ten. Wei­ter­le­sen!

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