Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Scham

22. Juni 1940

[400622–1‑1] S. am 22. Juni 1940. Haupt­quar­tier des Bräu­ti­gams. Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de], Du! Zwei Brie­fe habe ich schon geschrie­ben, Du, nun mußt Dich mit dem begnü­gen, was noch übrig ist. Na, dann gleich mal ein Drü­ckerl [sic] und ein Bus­serl vor­weg, die sind alle noch da, ist noch kein[e]s ver­schrie­ben, Du! Es ist so warm, und […]

02. April 1939

[390402–2‑1] O., am 2.4.1939. O., am 29. März 1939. Mein lie­ber [Roland]! Nun hal­ten mich All­tag und Pflicht wie­der ganz umfan­gen. Auch die Pflicht Dir, Lie­ber, zu schrei­ben mahnt mich; wir haben es nach einem Bei­sam­men­sein immer so gehal­ten, daß uns[e]re Brie­fe sich kreu­zen. Soll es dies­mal anders wer­den? Plea­se fol­low and like us:

20. Dezember 1938

[381220–2‑1] O., am 20. Dezem­ber 1938. Mein lie­ber [Roland]! Weil es doch dies­mal Ihr Geburts­tag­brief ist, darf ich die­se Anre­de gewiß gel­ten las­sen. Viel­leicht bleibt sie bestehen, im neu­en Jah­re? Ist es Unrecht, wenn ich zuerst wage, den Anfang ein Grad herz­li­cher zu gestal­ten? Beim Brief­schluß tru­gen Sie sich als Ers­ter mit dem Gedan­ken, ein […]

02. November 1938

[381102–1‑1] L. am 2. Nov. 1938 Lie­be [Hil­de]! Heu­te ist Mitt­woch, der Wochen­tag, auf den ich mich sonst freue. Um 11 Schul­schluß, und dann kann ich mit mir und Ihnen allein sein. Heu­te habe ich mich gefürch­tet vor die­sem Tag. Der Him­mel ist wie­der grau. Die trü­ben Gedan­ken kom­men wie­der und die böse Erin­ne­rung plagt […]

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