22. Marz 1942

[420322–2‑1]

[O.] Sonn­tag, am 22. März 1942.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Lie­ber, liebs­ter [Roland] Du!

Sonn­tag­mor­gen ist, die lie­be Son­ne scheint – aber stür­misch ist’s drau­ßen. Da wird alle Näs­se vom Tau­wet­ter gut abtrock­nen. Ich bin allein heu­te, Her­ze­lein! Nur am Vor­mit­tag. Die Oma rief ges­tern an, ob die Eltern könn­ten mal [ein] paar Stun­den hel­fen kom­men. Heu­te fin­det doch über­all im Rei­che die Über­wei­sung der 14 jäh­ri­gen statt. Das ist sowas wie par­tein­amt­lich auf­ge­zo­ge­ne Kon­fir­ma­ti­on, mei­nes Erach­tens.

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19. August 1941

T&Savatar[410819–2‑1]

Diens­tag, am 19. August 1941.

Gelieb­ter!!! Mein [Roland]! Du!

Du! Du! Nun ist doch alles gut! Alle Angst, daß man mich von Dir rei­ßen könn­te ist nun gewi­chen! Gelieb­ter! Das war mei­ne gan­ze Sor­ge! Du!! Nun muß ich Dir erzäh­len – nun will ich Dir erzäh­len! Ach Du! Ich woll­te Dir doch anfangs kein Ster­bens­wört­chen von der gan­zen Geschich­te erzäh­len, bevor Du nicht bei mir bist! Ich woll­te Dir nichts davon schrei­ben, Du soll­test ganz unbe­schwert zu mir heim­fah­ren kön­nen! Ach Du! Wei­ter­le­sen!

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17. Juni 1941

[410617–1‑1]

Diens­tag, den 17. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Herz­lieb mein!!

2 lie­be Boten sind heu­te zu mir gekom­men – fein der Rei­he nach – heut[‘] mit­tag einer – und, ich habe mich ja ganz sehr gefreut, nach Fei­er­abend noch einer! Zu Fei­er­abend, wenn dann die Gedan­ken alle zu Dir gehen dür­fen – wenn wir dann auch ein wenig Muße haben – und noch ein Stünd­chen auf dem Bal­kon ste­hen, nach der [un]tergehenden Son­ne schau­en – oder wie ges­tern und heu­te nach dem Wet­ter­leuch­ten. Wei­ter­le­sen!

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09. Juni 1941

T&Savatar[410609–2‑1]

Mon­tag, am 9. Juni 1941.

Mein lie­bes, herz­lie­bes Man­ner­li! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Herz­lieb Du!!! Zuerst einen ganz, ganz lie­ben Kuß!!! Nicht ohne Grund – o nein!! Als Beloh­nung!!! Hat nichts mit mir zu tun! Nein, nein! Für Dein treu­es Aus­hal­ten im Dienst für’s Vater­land hast Du einen Rang erstie­gen! Ich freue mich ja so sehr für Dich, Herz­lieb!! Also, Dicker­le!! Mei­nen aller­herz­lichs­ten Glück­wunsch zum „Gefrei­ten“!! Du!!!!! Was soll ich Dir denn nun gleich vor Freu­de schen­ken? Ich habe gar­nichts da! Weißt? Am Sonn­abend habe ich Dir ein Pra­li­nen­pa­ckel [sic] zuge­schickt, das nimm von mir als Glück­wunsch in hand­fes­ter Form! Wei­ter­le­sen!

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