24. April 1942

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Pro­pa­gan­da­pla­ka­te jugo­s­la­vi­schen Par­ti­sa­nen, 1941–1945. Quel­le: Behance.net, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 11.2018

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72.

Frei­tag, am 24. April 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein aller­liebs­ter, guter [Roland]! Du!!!

Früh­mor­gens kurz nach 8 Uhr! Mein Her­ze­lein steckt gewiß auch schon bis über bei­de Ohren in der Schreib­ar­beit. Aber nicht so lie­be Schrei­be­rei kann es ver­rich­ten wie ich, alte öde Akten muß es bear­bei­ten. Na – über ein Weil­chen ist Abend, dann bist Du erlöst! Du!! Ob Du denn nun wahr­haf­tig im neu­en Bau steckst? Es ist heu­te wie­der Frei­tag. Dein lie­ber Bote vom vori­gen Frei­tag kam ges­tern zu mir, es steht nichts vom Umzug drin­nen. Ach, wenn sich‘s nur gleich für ganz auf­schö­be! “24. April 1942” wei­ter­le­sen

16. März 1942

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38.

Mon­tag, am 16. März 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­bes, liebs­tes Man­ner­li!

Du! Gleich will ich mich noch zu Dir set­zen, ehe ich zum Pfarr­amt gehe. Ich muß eben dar­an den­ken, daß die Pfar­re Dir ein unheim­li­ches Haus ist. In gewis­ser Hin­sicht hast Du recht. So ein gro­ßer düs­te­rer Bau – die Lebens­ge­schich­ten der Pfar­rer betrach­tet, die schon drin wohn­ten, denen allen mehr oder weni­ger kein glück­li­ches Los beschie­den war. Sei es nun durch eige­nes Ver­schul­den oder nicht. Es könn­te einem schon unheim­lich sein.

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27. Februar 1942

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Frei­tag, am 27. II. 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Es ist bei­na­he ½ 10 Uhr abends, da ich mich zu Dir set­ze, um mit Dir zu plau­dern. Eigent­lich bin ich schon sehr müde; denn ich habe von früh­mor­gens bis vor­hin gear­bei­tet: Monats­en­de = Groß­rei­ne­ma­chen im Flur; das Tau­wet­ter zwang mich auch, Fens­ter zu put­zen – nicht alle! – denn die sahen mise­ra­bel aus. Wegelau­fen war ich gleich am Vor­mit­tag, auch auf dem Post­amt war Vaters Ren­te zu holen.

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19. Februar 1942

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Don­ners­tag, am 19.II.1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Nun bin ich wie­der soweit, daß ich mich zu Dir set­zen kann und mit Dir plau­dern. Wo magst Du denn um die­se Stun­de sein, was magst Du trei­ben? Nach­mit­tag ist [es], die Uhr zeigt auf ½ 3 [Uhr]. Mutsch sitzt mit ihrem Strick­zeug in Ofen­nä­he, sie ist emsig bei der Sache; denn sie macht aus Alt Neu. Oder muß ich’s klein schrei­ben?

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17. Februar 1942

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Diens­tag, am 17. Febru­ar 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein Schät­ze­lein! Liebs­ter [Roland]!

Du!! Ich habe ges­tern kei­ne Ruhe mehr gehabt, ich bin abends noch zur Post, um zu sehen, ob mein Herz­lieb mir geschrie­ben hat. Und ich frag­te nicht ver­ge­bens! Ich bekam einen Brief! Vom Herz­al­ler­liebs­ten, Du! Ich bin doch so froh! Heu­te Nacht habe ich erst mal wie­der schön geschla­fen. Vom Sonn­abend ist Dein lie­ber Bote. Und Du teilst mir mit, daß Du den ers­ten Brief von mir erhal­ten hast. Ich freue mich, Du! Nun hast Du gewiß auch täg­lich ein Zei­chen von mir in Hän­den.

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