16. Dezember 1941

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Diens­tag, am 16. Dezem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, guter [Roland]! Du!!!!!

Heu­te kamen wie­der zwei lie­be Boten an von Dir! Oh Du! Ich habe mich ja soo gefreut! Ganz herz­lich möch­te ich Dir dan­ken, mein [Roland]! Kommst so lieb zu mir, Du! Ach! Ich füh­le rich­tig, wie Du Dein biß­chen Eigen­le­ben her­über­ret­ten mußt in die Stil­le, bei allem Tru­bel und Durch­ein­an­der Dei­ner Umwelt. Her­ze­lein! Es ergeht mir manch­mal auch so, daß ich kaum mich sam­meln kann, so viel stürmt auf mich ein. Und dabei bin ich doch mein frei­er Mann! Wei­ter­le­sen!

11. November 1941

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Diens­tag, am 11. Novem­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Nun will ich doch zuerst mich ein Weil­chen zu Dir set­zen, ehe ich wie­der an mei­ne Arbeit gehe: an’s Stri­cken!

Du!!! Ich muß Dir erst mal sagen, was ich heu­te ange­zo­gen habe – von Dir! Ja Du! Ich neh­me immer mehr Besitz von Dei­nen Sachen, zuerst den Schlaf­an­zug, nun den Pull­over, den wir Dir vori­ges Jahr nach Eckern­för­de schick­ten. Weißt, er ist so schön warm und weich – Du trägst ihn jetzt ein­mal nicht und hast auch 2 Pull­over dort, wie Du mir sag­test. Bist Du bös[’]? Wei­ter­le­sen!

15. Oktober 1941

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Mitt­woch, am 15. Okto­ber 1941.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Du!!! Ach, wie bin ich froh, daß ich end­lich Dei­ne lie­be Hand fas­sen kann! Wie habe ich auf die Stun­de gewar­tet. Eben ist unser Besuch zur Tür hin­aus – eine gute Bekann­te, eine Kran­ken­schwes­ter mit ihrer Nich­te. und [sic] es ist bald 22 Uhr! Ich habe ja wie auf Koh­len geses­sen, Du! Nun bin ich erlöst! Die Eltern kra­men zwar noch umher, doch sie gehen sicher bald schla­fen. Ach Herz­lieb! Nun muß ich Dir erst ein­mal erzäh­len, ehe ich auf Dei­ne bei­den lie­ben Boten ein­ge­he. Wei­ter­le­sen!