26. Dezember 1941

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[Salo­ni­ki] Am 2. Weih­nachts­fei­er­tag 1941

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!!!

End­lich! End­lich kann ich nun zu Dir kom­men! Ja! Ich schrieb doch schon eine gan­ze Wei­le. An Kame­rad K. ein paar Zei­len. Den Neu­jahrs­brief nach O. und K. Und nun ist mein Schät­ze­lein dran. [Es] Bekommt nun was noch übrig ist: was ganz zuun­terst und zutiefst liegt im Her­zen – mei­ner Her­zens­lie­be! Du!!!!! Wei­ter­le­sen!

09. Dezember 1940

Minnehaha
Min­ne­ha­ha, fik­ti­ve Figu­re aus Hen­ry Wadsworth Long­fel­lows 1855 Gedicht, Das Lied von Hia­wa­tha und Lieb­ha­ber von Hia­wa­tha. Als “lachen­des Was­ser” falsch über­setzt bedeu­tet Min­ne­ha­ha “Was­ser­fall” or “Schnel­les Was­ser” in Dako­ta.
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Mon­tag, den 9. Dezem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Du, ganz regel­mä­ßig kommt Dein lie­ber Bote jetzt! Ich freue mich so dar­über und bin Dir so dank­bar! Du!! Ein klein wenig benei­de ich Dich um Dei­ne unge­stör­te Ruhe. Bei mir fehlt und Ruhe und manch­mal sogar die Zeit. Heu­te wird sie schon wie­der knapp. Brun­nen-, Quel­len­wei­he ist heu­te. Wei­ter­le­sen!

20. Oktober 1940

Buckling.jpg
Bück­ling, Foto: Chris­to­pher Bertram (Nut­zer­nah­me: bris­to­least), 4.12.2006, unter CC BY-SA 3.0 lizen­ziert, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.

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Sonn­tag, den 20. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Wohl­be­hal­ten bin ich aus Kiel zurück um die­sel­be Stun­de wie am ver­gan­ge­nen Sonn­abend. Es war ein erle­se­ner Tag ges­tern, gegen Mit­tag, som­mer­lich warm, ich habe geschwitzt auf dem Wege zum Auto­bus. Habe wie­der ein­ge­kauft in Kiel, eine gro­ße Trau­be, Äpfel, Bück­lin­ge, ein paar Klei­nig­kei­ten für die Kame­ra­den. Wei­ter­le­sen!

17. Oktober 1940

LondonBombedWWII full
Fol­gen des Luft­an­griffs auf Lon­don, US Natio­nal Archi­ves and Records Admi­nis­tra­ti­on, ARC Iden­ti­fier 195566, über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
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Don­ners­tag, am 17. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter, guter [Roland]!

Eben habe ich mei­ne Haus­ar­beit been­det. Die Wohn­stu­ben­uhr schlägt 2 Uhr. Das Radio bringt den Wehr­macht­be­richt, den höre ich so neben­bei mit an, dann soll es ganz still um mich sein. Wei­ter­le­sen!

17. Oktober 1940

UnteroffizierInfRgt130
Unter­of­fi­zier der 11. Kom­pa­nie des 1. Loth­rin­gi­schen Infan­te­rie-Regi­ments Nr. 130 aus Metz, mit Schüt­zen­schnur. Am Ärmel das Schieß-Abzei­chen zum Kai­ser­preis für die Infan­te­rie von 1895. Über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
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Don­ners­tag, den 17. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be [Hil­de] Du! Hol­de mein!

Wie hat mich Dein lie­ber Bote heu­te beglückt, Gelieb­te! Ganz pünkt­lich war er zur Stel­le. Soviel Glück und Freu­de brach­te er mir, Hol­de! Daß Du an mir halt fin­dest, daß Dich der Gedan­ke an mich stärkt, daß auch Du bei mir eine Gebor­gen­heit fin­dest, daß ist die­ses gro­ße Glück. Daß Du Dich mei­nem Schüt­ze ver­traust und Dich lie­bend und sor­gend umhül­len läßt von mir, das weckt in mir eine männ­li­che Freu­de! Auch ich fin­de bei Dir eine Gebor­gen­heit, ich suche sie bei Dir und seh­ne mich danach, eine and[e]re Gebor­gen­heit, die weib­li­che, müt­ter­li­che. So ergän­zen sich uns[e]re Wesen glück­lich, Du! Wei­ter­le­sen!