25. April 1941

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Frei­tag, am 25. April 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein gelieb­ter [Roland]! Herz­lieb Du!!

Bade­tag ist heu­te! 3 Wei­berl wol­len baden! Und kein Bade­meis­ter ist zur Stel­le! So eine Not!! Der bes­te von allen ist ein­ge­zo­gen! Und der ande­re hat Nacht­dienst – ach, wenn doch erst Frie­den wäre. Ja, mein Herz­lieb! ¾ 9 Uhr am Abend ist es, da ich Dein den­ke. Den gan­zen Tag über habe ich viel Arbeit gehabt mit der Säu­be­rung uns[e]rer Woh­nung, alle Zim­mer hin­ter­ein­an­der habe ich durch­ge­nom­men und zuletzt noch die Haus­ord­nung. Da war ich am [E]nde ganz schön müde, aber das war nicht nur vom Schrub­ben – die Zeit ist bald her­um, da ich mir Ruhe gön­nen muß! Wei­ter­le­sen!

08. April 1941

T&Savatarsm[410408–2-2]

Diens­tag, am 8. April 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter! Ich muss Dir heu­te noch ein Begleit­schrei­ben schi­cken. Es geht nicht alles in einen Umschlag. Dei­ne klei­nen Wün­sche schi­cke ich Dir hier. Hof­fent­lich kommt alles heil an! Wei­ter­le­sen!

07. April 1941

T&Savatarsm[410407–2-1]

Mon­tag, am 7. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter!!

Es ist mor­gens genau 9 Uhr. Ich sit­ze jetzt in der Stu­be am Tische, der Maler regiert in der Küche, und ich will mich warm schrei­ben, Du!! Es ist so kalt wie­der hier, seit ges­tern – Feu­er kann ich hier drin nicht auch noch anma­chen, da rei­chen wir nicht mit den Koh­len aus. Es ist aus­ge­schlos­sen, daß die gemal­ten Wän­de heu­te luft­trock­nen, drau­ßen reg­net es herz­lich mit Schnee ver­mischt und wir kön­nen das Feu­er nicht aus­ge­hen las­sen in der Küche. Bin gespannt, ob er heu­te fer­tig wird mit allem. Wei­ter­le­sen!

06. April 1941

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Am 6.4.1941 begann mit dem Ein­marsch der Wehr­macht in Jugo­sla­wi­en der Bal­kan­feld­zug. Kar­te von US Armee, 11.1953, gemein­frei über Wiki­pe­dia, 04.2016.

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Sonn­tag, am 6. April 1941.

Mein lie­ber [Roland]!

Heu­te bekommst Du einen gemein­sa­men Brief. Wor­an merkst Du das, [Nord­hoff]? … Gut! Set­zen!!

Also nun geht’s los: Der lie­be Vater ist nun wohl­be­hal­ten ges­tern gegen abend um 5 Uhr bei uns ein­ge­trof­fen. Wir sind alle sehr froh, daß wir wie­der ein­mal bei­sam­men sind. Nach­dem wir es uns nach dem gemein­sa­men Abend­brot ein wenig gemüt­lich gemacht hat­ten, sind wir noch ein­mal zum Kon­fir­man­den gegan­gen[,] gra­tu­lie­ren. Wei­ter­le­sen!

01. April 1941

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Diens­tag, am 1. April 1941.

Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Eben bin ich vom Bäcker gekom­men. Durch den Schnee gestapft bin ich mit mei­ner ‚süßen Last’! Nun bist [Du] wohl doch ein bis­sel [sic: biss­chen] neu­gie­rig gewor­den, Du?! Ja – das ist heu­er [sic: die­ses Jahr] schon ein Kreuz mit dem Oster­ha­sen. Der städ­ti­sche Hase bie­tet dies­mal nichts – nur für die Kin­der! Und trotz mei­ner Beteue­rung, daß ich bei uns daheim ja auch das Kind bin, hat er mir nichts geben kön­nen! Für die Gro­ßen reichts’ [sic] halt nicht mit. Na, und wie Du weißt, liegt bei uns so viel Schnee, da konn­te ich auch nicht in den Wald zum Hasen. Er wird wohl heu­er auch sein Geschäft nicht auf­ma­chen im Wald – er muß sich ja sein Stups­schwänz­chen erfrie­ren beim Eier­le­gen! Na, da habe ich mir gesagt: bäckst du sel­ber was als Oster­ge­schenk. Ich hat­te gera­de noch bis­sel [sic: biss­chen] But­ter aus der „guten Zeit”! Ich will Dir auch ein rich­ti­ges, gekoch­tes Ei mit bei­le­gen, ich koche Dirs’ [sic] recht hart; ich mei­ne, dann wird es nicht schlecht bis Du das Päck­chen erhältst. Mor­gen früh brin­ge ich’s zur Post. Nun muß ich immer noch[ein]mal die alte Num­mer drauf­schrei­ben, ich habe noch kei­nen Brief von Dir bekom­men. Es wird Dir gewiß alles nach­ge­schickt!? Wei­ter­le­sen!