31. Januar 1941

T&Savatarsm[410131–2‑1]

Frei­tag, am 31. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein [Roland]!! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!!

Die gro­ße Freu­de geht nun hin und her zwi­schen uns. Und sie ist in Dir so hell wie in mir, Du!! Dei­ne lie­ben Boten sind mir deut­lichs­ter Zeu­ge dafür! Du!! Wie ein fro­hes, dank­ba­res Kind kannst Du Dich mit mir freu­en! Nur mir willst Du aber die­se rei­ne, kind­li­che Freu­de zei­gen – nie­mand sonst darf sie sehen, Du!! Wei­ter­le­sen!

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02. November 1940

GWG „Eige­ne Schol­le, Hal­le, wohl zwi­schen 1934–39.

[401102–2‑1]

Diens­tag, am 29. Okto­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Gelieb­ter Du! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Mit dem Brief­kas­ten­schlüs­sel bewaff­net ging ich heu­te früh gegen 5 Uhr zum Markt nach L.

Als ich vor die Haus­tür trat, Du! Wahr­haf­tig! Er [sic] war­te­te schon der Liebs­te! Es schim­mer­te weiß durch die Öff­nung des Kas­tens. Du!! Wie ich froh bin, wenn ich ihn fas­sen kann, Dei­nen lie­ben Boten. Du kannst mir’s nach­füh­len, Du freust Dich ja eben­so sehr wie ich. Du! Warst nun heut[’] mit mir auf dem Wochen­markt! Hof­fent­lich hast Du mir nicht auch so gefro­ren wie ich! Eine ganz rote Nase hab[’] ich mit heim­ge­bracht. Und ich konn­te Dich doch heut früh auch nicht an mein Herz drü­cken; der­weil an mei­nem Her­zen ruhen las­sen, wo es schön warm ist, Du wärst mir ja unten durch gerutscht, Du! Wei­ter­le­sen!

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24. September 1940

Deut­scher Glau­be und völ­ki­sche Gemein­schaft, Foto, 09.2015.

[400924–2‑1]

Diens­tag, am 24. Sep­tem­ber 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Du, mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Die vier­te Woche hast Du schon begon­nen, als Matro­se, als Sol­dat. Wo ist die Zeit hin? So muß man sich fra­gen.

Und was mir anfangs schier unüber­wind­lich schien, die Tren­nung von Dir, das ist Gewohn­heit gewor­den. Gewohn­heit nicht in dem Sin­ne wie das Wort lau­tet. Bes­ser gesagt, es ist mehr ein gedul­di­ges Fügen in etwas Unab­än­der­li­ches. So beschei­den sind wir gewor­den in die­ser Zeit, und wir fügen uns ohne Mur­ren [in] alles — wir müs­sen. Was könn­te hier der Ein­zel­ne aus­rich­ten, woll­te er sich auf­leh­nen? Unse­re Zeit ver­langt Opfer, und was wir bei­de jetzt brin­gen, gewiß es ist auch ein Opfer. Wei­ter­le­sen!

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05. Juli 1940

Quel­le: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/, 07.2015.

[400705–2‑1]

O., am 5. Juli 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du!

Ganz ruhig ist es gewor­den nach dem Gewit­ter; drau­ßen, und bei mir drin­nen. Klar ist die Luft, frisch und rein — man kann gar­nicht genug davon ein­sau­gen, und es tut dop­pelt wohl nach die­ser schwü­len, feuch­ten Luft vor­her. Ich wünsch­te, es wäre zwi­schen uns eben­so wie drau­ßen, vor­bei der las­ten­de Druck — die gewohn­te Fri­sche und Frei­heit umfing uns.

Ein­mal muß ich noch davon spre­chen, auf Dei­nen Brief hin, Du. Ich weiß nicht genug von den Deut­schen Chris­ten, daß ich für oder wider s[ie] spre­chen soll­te. Nach den Pre­dig­ten, die ich hör­te, kann ich nicht allein mei­ne Ent­schei­dung fäl­len und mei­ne Richt­li­ni­en zie­hen. Es ist unter Deut­schen Chris­ten wie unter Bekennt­nis­pfar­rern die Pre­digt nicht jedes Mal aus uns[e]rer See­le her­aus gespro­chen. Ein­mal fühlt man sich mehr hin­ge­zo­gen, ein­mal weni­ger. Wei­ter­le­sen!

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05. Juli 1940

Bundesarchiv Bild 101I-223-0042-13, Guernsey, Entfernungsmessgerät auf Klippe
Eng­land, Guern­sey im Ärmel­ka­nal.- Drei Sol­da­ten mit Ent­fer­nungs­mess­ge­rät auf einer stei­len Klip­pe an der Küs­te, 1940. Deut­sche Trup­pen besetz­ten am 4. Juli 1940 alle die Kanal­in­seln. Bild: DBa, Bild 101I-223‑0042-13 / CC-BY-SA, über Wiki­me­dia Com­mons, 07.2015.
[400705–1‑1]

S. am 5. Juli 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be [Hil­de]. Du!

Gott füg­te es gnä­dig, daß wir nun vor unse­rem Fes­te ste­hen. Eine stil­le freie Stun­de will ich benut­zen, von der Höhe, die wir erreich­ten, noch ein­mal Umschau zu hal­ten, ehe wir hin­ab­stei­gen in die Freu­de, den Tru­bel und die Erleb­nis­se unse­res Fes­tes.

Nun wol­len wir an hei­li­ger Statt den Bund der Ehe schlie­ßen. Daß wir ihn vor Got­tes Ange­sicht schlie­ßen, gibt ihm erst die rech­te Wei­he, Wei­he nicht nur als eine schö­ne, fest­li­che Zutat, son­dern Wei­he, die die­sen Bund zu einem gehei­lig­ten Bezirk mit gott­ge­setz­ten Schran­ken erhebt, zu einer unlös­ba­ren Schick­sal­ge­mein­schaft. Die­se Wei­he ver­leiht dem Bun­de erst die rech­te Wür­de und Grö­ße, erhebt ihn zur Idee. Wei­ter­le­sen!

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