Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Rekrutenzeit

26. Oktober 1940

[401026–1‑1] Sonn­abend den 26. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Hol­de! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Sonn­abend­nach­mit­tag. Die gro­be Arbeit ist getan: Stie­fel geputzt, Spind sau­ber gemacht, Kop­pel­zeug blank, Knöp­fe ange­näht, geba­det. Nun kann ich die fei­ne Arbeit vor­neh­men. Fast leer ist die Stu­be. Vie­le sind wie­der nach Kiel gefah­ren. Ich will heu­te häus­lich blei­ben. Mor­gen […]

29. Oktober 1940

[401029–1‑1] Diens­tag, den 29. Okto­ber 1940 Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]! Hol­de! Heu­te begin­ne ich mit dem Schrei­ben schon zu Mit­tag, wer weiß, was heu­te abend noch alles dazwi­schen kommt. Die Vor­be­sich­ti­gung ist vor­bei. Dein Hubo ist nicht auf­ge­fal­len, das genügt. Es ist ein kal­ter, schö­ner Tag heu­te. Mir haben die Hän­de […]

30. September 1940

[400930–1‑1] Mon­tag, den 30. Sep­tem­ber 1940. Lie­bes, teu­res Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du! Wie­der lie­gen 2 Ruhe­ta­ge hin­ter uns. Sie brach­ten mir die ersehn­te Gele­gen­heit, wie­der ein­mal unge­stört zurück­zu­den­ken, die Mög­lich­keit auch, dem Lager­be­reich wie­der ein­mal zu ent­flie­hen, das Auge schwei­fen zu las­sen über die­ses schö­ne Land. Will­kom­men das alles. Doch dann die übri­gen […]

26. September 1940

[400926–1‑1] Don­ners­tag den 26. Sep­tem­ber 1940. Mein lie­bes, teu­res Herz, Du, mei­ne lie­be [Hil­de]! Wenn ich auch heu­te von Dir kein Zei­chen erhal­te (wor­an ich übri­gens nicht glau­be), so will ich doch nicht ver­ges­sen, Dich, wie ich hof­fe mit eini­gen Zei­len zu erfreu­en über Dei­ner gro­ßen Kir­mesarbeit. Nun ist es doch dahin gekom­men, daß wir […]

25. September 1940

[400925–1‑1] Mitt­woch am 25. Sep­tem­ber 1940 Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de] Du! Als ich ges­tern abend [sic] Dei­nen Boten abfer­tig­te, rück­te ein Kame­rad mit den bei­den Fotos her­aus, die ich dann gleich noch dazu­ge­legt habe. Ent­we­der taugt sein Appa­rat nichts oder der Kerl hat kein Geschick, ein geschei­tes Bild habe ich bis jetzt noch nicht […]

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