Trug und Schein: Ein Briefwechsel

19. November 1942

[421119–2‑1]

Don­ners­tag, am 19. Novem­ber 42. 

Her­zen­schät­ze­lein! Ich sit­ze jetzt in Dres­den im War­te­saal, es ist ¾ 11 Uhr und 11[…] geht mein Zug wei­ter nach K.. Ein Tisch gehört mir hier allein! Psst – wie lan­ge? Kann mir doch jetzt kein Mensch über die Schul­ter schau­en oder in den Brief gucken, wenn ich Dir ein Küß­chen gebe ein ganz, ganz liebes. 

14. November 1942

[421114–2‑1]

27.)

Sonn­abend, am 14. Novem­ber 1942. 

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du! 

Ach Her­zens­man­ner­li, end­lich! Was doch alles erst getan sein will, ehe ich zu Dir kom­men kann. Aber eher fin­de ich auch nicht Ruhe, bei Dir zu sit­zen. Die Mutsch kocht Mar­me­la­de und will anschlie­ßend plätten. 

17. Oktober 1942

[421017–2‑1] Sonn­abend, am 17. Okto­ber 1942. Abend. Her­zens­schät­ze­lein! Ein­zig­ge­lieb­ter Du! Nun ist die stil­le Abend­stun­de und ich set­ze mich vor den Bogen, sit­ze in Gedan­ken nahe bei Dir, hal­te Dei­ne lie­be Hand in der mei­nen und las­se noch ein­mal den heu­ti­gen Tag an mir vor­über­zie­hen mit sei­ner Freu­de, sei­nem Lei­de, sei­nen Pflich­ten – und […]

14. Oktober 1942

Sonn­abend­abend, am 14.10.42

Geliebtes,teures Herz! Oh Du, mei­ne [Hil­de]!

Denkst Du noch dar­an – heu­te vor 3, vor 2, vor einer Woche — oh Du, Gelieb­te! Jetzt sit­zen wir das letz­te hal­be Stünd­chen in uns­rer Bara­cken­klau­se. Mit Kame­rad H. nun auch die letz­ten Stun­den zusam­men. Abschiedsgedanken – […]

19. März 1942

[420319–1‑1] [Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 19. März 1942 Herz­al­ler­liebs­te! Du! Mein lie­bes, teu­res Weib! Mei­ne [Hil­de]! Her­ze­lein! In Dei­nem lie­ben Diens­tag­bo­ten sprichst Du mir noch ein­mal von den Mög­lich­kei­ten einer Dienst­ver­pflich­tung. Sie steht im Hin­ter­grund wie sei­ner­zeit das Gespenst mei­ner Ein­be­ru­fung. Ach Gelieb­te, ich kann noch gar nicht an die­ses Gespenst glauben.

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