Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Regimekritik

29. Oktober 1942

[421029–1‑1]

Mon­tag, Don­ners­tag, den 29. Okt. 1942

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Vor­bei der Dienst. Er ließ sich heu­te so flau an und brach­te auf die letz­te Stun­de noch einen gan­zen Schwung Arbeit. Bin auf dem Heim­weg noch ein Rin­gel durch den Park gegan­gen. Ein grau­er, rau­er Herbst­tag ist heu­te – das hab ich erst am Abend gemerkt. […]

27. Oktober 1942

[421027–2‑2]

Diens­tag­abend am 27. 10. 1942.

Gelieb­ter!

Ich bin wie­der zuhau­se. Die Uhr zeigt ½ 1100 [Uhr] vor­bei. Alles ist still. Sie schla­fen. Nur eine Flie­ge summt noch um den war­men Ofen. Ich sit­ze beim Schein uns­rer Lese­lam­pe, Du! Ich hat­te doch schon begon­nen, mich aus­zu­zie­hen fürs Bett­lein, als ich mein Nacht­hemd über­zog, […]

24. November 1941

[411124–2‑1] Mon­tag, am 24. Novem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter mein! Wie­der fängt eine neue Woche an, ach glaubst, mir ver­ge­hen sie doch so schnell jetzt! Ist es, weil ich von Woche zu Woche auf mei­ne Gesund­heit hoff­te? Weil ich so war­te­te? Ach nein, wohl nicht allein das ist es. Ich zäh­le doch […]

01. April 1941

[410401–2‑1] Diens­tag, am 1. April 1941. Mein gelieb­tes Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Eben bin ich vom Bäcker gekom­men. Durch den Schnee gestapft bin ich mit mei­ner ‚süßen Last’! Nun bist [Du] wohl doch ein bis­sel [sic: biss­chen] neu­gie­rig gewor­den, Du?! Ja – das ist heu­er [sic: die­ses Jahr] schon ein Kreuz mit dem […]

20. März 1941

[410320–2‑1] Don­ners­tag, am 20. März 1941. Mein gelieb­tes Herz! Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter! Du! Ges­tern, als ich Dei­nen Brief in den Kas­ten gewor­fen hat­te, da hat es mich in einem fort geschluckt [sic: Schluck­auf haben]. [Du] Hast wohl arg an mich den­ken müs­sen, Herz­lieb? Und abends, zwi­schen 8 – 10 Uhr, da war es […]

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