17. September 1940

The Battle of the Atlantic, 1939-1945 CH1354.jpg
Der Roy­al Navy Zer­stö­rer HMS ANTHONY ret­tet Über­le­ben­de von einem Ret­tungs­boot des SS CITY OF BENARES, das am 17. Sep­tem­ber 1940, getrof­fen von einem deut­schen Mari­ne-U-Boot, sank. Das Schiff hat­te Kin­der von Eng­land nach Kana­da eva­ku­ie­ren wol­len. Impe­ri­al War Muse­um Foto CH1354 über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.

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Diens­tag am 17. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, Du, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Habe ich mich schon für den Sonn­tags­gruß bedankt? Es ist der schöns­te Augen­blick des Tages, wenn die Post ver­teilt wird, und man ist selbst glück­li­cher Emp­fän­ger. Ges­tern Mon­tag überraschte[n] und erfreu­ten mich die Zei­len Dei­ner lie­ben Mut­ter. Sage Ihr [sic] und Pappsch vie­len herz­li­chen Dank. Jetzt ist Mit­tags­pau­se. Ich lie­ge auf mei­nem Bet­te und schrei­be. Wei­ter­le­sen!

07. September 1940

Polish style pickled cucumbers IMGP0464
Pol­ni­sche Gewürt­z­gur­ke, Foto: Niko­dem Nija­ki, CC BY-SA 3.0, über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
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Am Frei­tag den 6. Sep­tem­ber

Am Sonn­abend den 7. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be lie­be [Hil­de]!

Heu­te erleb­te ich die gro­ße Freu­de, dei­nen lie­ben Boten zu emp­fan­gen, gleich 2 Brie­fe an einem Tage, den vom 4. Sep­tem­ber zuerst, den vom 3. Sep­tem­ber am Nach­mit­tag. Liebs­te, so schnell geht die Post, ist das nicht schön? Von Hau­se [sic: Zuhau­se] habe ich noch kei­ne Nach­richt, auch nicht dar­über, ob mei­ne Zivil­sa­chen ange­kom­men sind. Die blau­en, eng­li­schen Hosen krieg­ten in Ber­lin ein Loch im Knie, in Stral­sund ein grö­ße­res im Gesäß, das bri­ti­sche Anse­hen wird eben löche­rig in jeder Bezie­hung. Wei­ter­le­sen!

10. September 1939

Bundesarchiv Bild 101I-012-0018-06A, Polen, Gefallene polnische Soldaten.jpg
Gefal­le­ne pol­ni­sche Sol­da­ten, Polen, 09.1939, Foto: Kliem, DBa Bild 101I-012‑0018-06A, Lizen­ziert unter CC-BY-SA-3.0-de über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2014

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O., am 10. Sep­tem­ber 1939.

Mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Du weißt ja nicht wie froh ich bin, daß ich end­lich Gewiß­heit habe. Bis zum letz­ten Augen­blick habe ich gehofft, daß Du mir schrei­ben wirst. Ges­tern, am Sonn­abend, muß­te doch der end­gül­ti­ge Bescheid kom­men — einen Kar­ten­gruß erhielt ich wohl, für den ich herz­lich dan­ke — doch nichts, was mir Auf­schluß geben könn­te, in mei­ner Rat­lo­sig­keit. Am Frei­tag war schon Geschäfts­schluß ein gan­zer frei­er Sonn­abend lag vor mir. Ich hat­te alles vor­be­rei­tet, zurecht­ge­macht: ent­we­der zur Abrei­se, oder zu Dei­nem Emp­fang. Ich war­te­te nur auf Dei­ne Anwei­sun­gen. ½ 3 kam das Post­au­to, ich bin an den Schal­ter gegan­gen, habe gefragt, nichts dabei. Nun war­te­te ich bis zum Abend mit den Eltern auf Dein Kom­men — ver­ge­bens. Wei­ter­le­sen!