30. April 1942

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[Salo­ni­ki] Don­ners­tag, den 30. April 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Nun hau­sen wir schon eini­ge Stun­den im neu­en Bau. Und ein­mal hat das Man­ner­li nun drin geschla­fen, drei Stun­den nur, ach nein, nicht ganz. Ich muß­te doch noch sooo lieb Dein den­ken! Ach Her­ze­lein! Ich hab[‘] Dich doch ganz lieb­ha­ben müs­sen – Du! Du!!!!! Weil Du zu lieb zu mir gekom­men bist!!! Mit mei­nem neu­en Arbeits­platz bin ich zufrie­den. Die Mor­gen- und Vor­mit­tags­son­ne kommt ins Zim­mer – sie ist auch an den hei­ßen Tagen will­kom­men. Nur der Tages­lärm dringt nun deut­li­cher her­auf in das Klap­pern der Schreib­ma­schi­ne und das Krit­zeln der Feder (das ist zusam­men mit dem Geklin­gel des Tele­fons der Schlach­ten­lärm der Schreib­stu­be). Der Spieß haust für sich in einem Zim­mer. Das hat den Vor­teil, daß wir unge­stör­ter arbei­ten kön­nen – den Nach­teil, daß wir nicht mehr alles hören. Dein Man­ner­li ist nicht neu­gie­rig. Wei­ter­le­sen!