06. März 1942

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Frei­tag, den 6. März 1942

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Ein beweg­ter Tag neigt sich sei­nem Ende, bewegt nur im äuße­ren Sin­ne. Gekrönt und über­formt wird er von Dei­nem lie­ben Boten – und beschlos­sen wird er nun mit Dei­nem Geden­ken. Die Schreib­stu­be habe ich heu­te nur kurz am Vor­mit­tag gese­hen. Um 10 Uhr muss­ten wir zu einer Prü­fung uns[e]rer Gas­mas­ken erschei­nen. Im Reiz­raum ward erprobt, ob sie auch dicht­hält und uns schüt­zen kann im Ernst­fall.

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10. September 1940

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Diens­tag am 10. Sep­tem­ber 1940

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Müde sind wir heu­te alle! Das war ein bun­ter Tag heu­te. Es begann plan­mä­ßig mit dem Grup­pen­un­ter­richt.

Bundesarchiv Bild 101I-001-0283-02, Wehrmachtsoldaten bei Ausbildung
Wehr­macht­sol­da­ten bei der Aus­bil­dung, Herbst 1939, Foto­graf Heinz Rut­kow­ski, Samm­lung Pro­pa­gan­da­kom­pa­ni­en der Wehr­macht. DBa, Bild 101I-001‑0283-02 / Rut­kow­ski, Heinz / CC-BY-SA 3.0, Über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2015.
Den hält unser Unter­of­fi­zier, Feu­er­werks­maat D., er hat sich auf dem [sic] Sonn­tags­gruß unter­schrie­ben [sic: wohl ver­schrie­ben]. Ein schnei­di­ger, zacki­ger Kerl, ich schät­ze ihn 22 Jah­re, im Zivil­be­ruf ist er Fein­me­cha­ni­ker, mit Mit­tel­schul­bil­dung, er ist aus der HJ her­vor­ge­gan­ge­nen, mit Eifer ist er Sol­dat, bald wird er zum Feld­we­bel auf­rü­cken. Er hat eine ganz gedie­ge­ne Bil­dung, gro­ßes Geschick zu erklä­ren, und ein Übel an der Wur­zel zu packen. Ich hal­te ihn für den bes­ten Aus­bil­der. Er ist mit uns äußerst anstän­dig, übt lang­sam, aber gründ­lich[.] In sei­nem Unter­richt dreht es sich um das lang­at­mi­ge The­ma Ehren­be­zeu­gun­gen. Vater wird Dir bestä­ti­gen. Wei­ter­le­sen!