21. Oktober 1941

[411022–1-1]

[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 22. Okto­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Dein lie­ber Bote ist noch immer aus­ge­blie­ben. Wir wis­sen hier auch, was schuld ist an der Ver­zö­ge­rung. Leicht, daß auch die Post nach der Hei­mat dar­um Ver­spä­tung erlei­det. Mach[‘] Dir also kei­ne Sor­gen. Wei­ter­le­sen!

12. October 1941

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 12. Okto­ber, 1941

Herz­al­ler­liebs­te mein! Mein lie­bes teu­res Weib!

Es tat mir ja so leid, daß ich ges­tern so schnell mich los­rei­ßen muß­te und den Brief so halb fer­tig in den Kas­ten ste­cken – aber er wür­de Dich sonst nicht pünkt­lich errei­chen – und ich hat­te es Kame­rad K. nun ein­mal ver­spro­chen. Er hat mich in eine Bar mit­ge­nom­men. Vom Kino kamen wir ab, weil wir dann nicht hät­ten zusam­men­ge­hen kön­nen, er hat den „Post­meis­ter“ schon gese­hen. Wei­ter­le­sen!

27. Juli 1941

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Sonn­tag, den 27. Juli 1941

Mein Her­zens­schatz! Gelieb­te, Herz­lieb mein, Du!!!

Nun ist die Stun­de da, auf die ich mich gefreut habe: Mit Dir sein, ganz allein! Eine grö­ße­re Freu­de in die­ser Welt? Die gibt es nun nicht mehr für mich! So ist die Lie­be: es tritt ein Men­schen­kind in unser Leben – es ergänzt unser Wesen – schließt es auf – erfüllt es – erlöst es – so selt­sam und wun­der­sam und glück­voll, daß der, dem die­ses Glück wie­der­fuhr [sic], nun gar nicht mehr leben kann und möch­te ohne die­ses Glück. Ein Men­schen­paar – das sind eben nicht nur zwei Men­schen, son­dern wie Schu­he und Strümp­fe, zwei, die zusam­men­ge­hö­ren, zwei, die nur zusam­men etwas bedeu­ten – ein lin­ker und ein rech­ter – ein Men­schen­paar, daß ist ein neu­es Gan­ze [sic]. Wei­ter­le­sen!