22. März 1942

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 22. März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib!

Sonn­tag­abend ist. Viel­leicht sitzt Du um die­se Stun­de am ande­ren Ende und denkst mein, Gelieb­te! Ach Du! Du!!! Soviel Unge­duld und Unru­he habe ich doch über­haupt noch nicht in mir gespürt wie gera­de nach die­sem Urlaub. Wei­ter­le­sen!

02. Januar 1942

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Frei­tag, am 2. Janu­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter!

Du!!! Heu­te will ich wie­der zu Dir kom­men.

Ges­tern war ich nur immer in Gedan­ken bei Dir. Der 1. Janu­ar war ges­tern. Du! Den­ke nur: wir schlie­fen bis um 10 vor­mit­tags! Nicht, daß wir so schlaf­be­dürf­tig gewe­sen sei­en! Nein – es war das Gefühl des „Nichts­drän­gens“, eben des Fei­er­tags. Unser Papa schlief ja auch bis Mit­tag, wuß­ten wir, und so waren wir mal ganz faul. Her­ze­lein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Sil­ves­ter­abend! Mußt es doch gespürt haben über alle Fer­ne, Du!!! Eine herr­li­che Nacht war es. So mond­hell, frost­klir­rend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kir­che heim­ge­gan­gen, nach­dem die Pre­digt zu Ende war und vie­le Leu­te noch das Abend­mahl nah­men. Ganz allein ging ich auf der Stra­ße. Wie war das doch schön! Über mir die unend­li­che Him­mels­wei­te – so fried­lich alles rings­her. Wei­ter­le­sen!

21. Dezember 1941

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 21. Dez. 1941

Her­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne [Hil­de], Du! Du!!!

Nun ste­hen wir am Tor der gna­den­brin­gen­den, fröh­li­chen, seli­gen Weih­nacht. Schon uns Kin­dern dräng­te sich für die­se Woche alle Innig­keit und Süße und Gebor­gen­heit zusam­men, wie sie in unse­ren lie­ben Weih­nachts­lie­dern zum Schwin­gen und Klin­gen kommt und wir fühl­ten das, was uns heu­te zu bewuß­tem Erle­ben gewor­den ist: die Lie­be. Wei­ter­le­sen!

30. November 1941

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[Salo­ni­ki] Sonn­tag, den 30. Novem­ber 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te, Hol­de mein!

Her­ze­lein! Im Advents­got­tes­dienst war ich heu­te. Wir waren eine Gemein­de von etwa 50 Per­so­nen, dar­un­ter 3 Blitz­mä­dels, 2 Rot­kreuz­schwes­tern. Tan­nen­grün und Ker­zen­schein deu­te­ten auf die Beson­der­heit des Tages! Wei­ter­le­sen!

13. Mai 1941

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Diens­tag, am 13. Mai 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!

Heu­te ist ein wun­der­ba­rer Son­nen­tag, ach, es lockt hin­aus, das Wet­ter! Und ich wer­de mich auch gleich ein­mal ver­lo­cken las­sen, was meinst [Du]? Wei­ter­le­sen!