Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Postbote

17. Januar 1942

[420117–2‑1] Sonn­abend, am 17. Janu­ar 1942. Mein gelieb­tes teu­res Her­ze­lein! Herz­al­ler­liebs­ter mein! Nun kann ich mich zu Dir set­zen und Fei­er­tag hal­ten. Die Uhr zeigt ½ 2 [Uhr], die Mut­ter und der Vater sind im Kel­ler, um Kar­tof­feln aus­zu­le­sen – wir haben heu­er viel schlech­te [Kar­tof­feln]. Ich bin eben fer­tig mit auf­wa­schen und auf­räu­men. Nun […]

20. Mai 1941

[410520–2‑1] Diens­tag, am 20. Mai 1941. Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Herz­lieb Du!! Heu­te ist ein Fei­er­tag! Du!! Ich schrei­be Dir heu­te mei­nen 200. Brief. Das heißt, seit Du Sol­dat bist! In Wirk­lich­keit habe ich Dir schon viel mehr geschrie­ben. Ach ja, Du! Ich könn­te mich freu­en dar­um, über die­se gro­ße Zahl. […]

04. November 1940

[401104–2‑1] Mon­tag, am 4. Novem­ber 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Gelieb­ter mein! Heu­te bin ich nun wie­der blaß für mei­nen Aller­liebs­ten da. Ich will Dir schnell erzäh­len, was ich ges­tern trieb. Sonn­tag früh bin ich erst um 8 Uhr auf­ge­stan­den, mir schmerz­ten alle Glie­der und ich kam nur lang­sam wie­der in Gang. Mut­ter erging […]

07. Oktober 1940

[401007–2‑1] Mon­tag, am 7. Okto­ber in K., 1940. Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter [Roland]! Es ist vor­bei, das Gefühl des Ver­las­sen­seins, Du! Was war das ges­tern? Es hat­te mich wie­der ein­mal über­mannt. Schuld dar­an trug viel­leicht mei­ne gegen­wär­ti­ge Umge­bung; die schwer­mü­ti­ge, süße Musik; die Unter­hal­tung der ande­ren, und ich mit­ten drin und doch so ver­las­sen, so […]

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