06. Mai 1942

[420506–2-1]

83.

[O.] Mitt­woch, am 6. Mai 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­ter, liebs­ter [Roland]!

Ach Her­ze­lein! Ich konn­te es doch heu­te kaum erwar­ten bis wie­der die Stun­de da war, da ich Dein den­ken kann. Gelieb­ter! Es ist spät abends, wo ich hier bei Dir sit­ze und mit Dir rede. Aber nachts mögen wir doch gera­de am liebs­ten mit­ein­an­der recht lieb und heim­lich plau­dern gelt? Ja den­ke nur: seit lan­ger Zeit bellt wie­der ein­mal die Flak rund um den Kreis Chem­nitz! Schau­rig! Wei­ter­le­sen!

05. Januar 1942

[420105–1-1]

[Salo­ni­ki,] Mon­tag, d.[en] 5. Janu­ar 1942

Herz­al­ler­liebs­te! Mein lie­bes, teu­res Herz! Du! Du!!!

End­lich! End­lich! Oh, Du hast doch auch so war­ten müs­sen wie Dein Man­ner­li! Oh Gelieb­te! Es fehlt doch alles, wenn Du nicht zu mir kommst, das Liebs­te, die Son­ne! Alles! Alles! Du! Ich glau­be, wir haben ein­an­der sehr lieb — sind ein­an­der ganz ent unent­behr­lich — und sind noch sooo ver­liebt wie ein ganz jun­ges Paar — ja? Her­ze­lein!! Das noch täg­lich sich sei­ner Lie­be ganz fest sich ver­ge­wis­sern muß — mit Küs­sen und Grü­ßen und — Lieb­ha­ben. Ach Her­ze­lein! Es ist mir so leid dar­um, daß Du hast so war­ten müs­sen! Und so leid dar­um, daß Dich gera­de auch der Hei­lig­abend­bo­te nicht erreich­te. Wei­ter­le­sen!

03. January 1942

JohannesBrahms[420103–1-1]

[Salo­ni­ki] Sonn­abend den 3. Janu­ar 1941 [sic][1942]

Her­ze­lein! Gelieb­tes Weib! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Bei Dir sind mei­ne Gedan­ken – – – “, besinnst [Du] Dich auf das schö­ne [Johan­nes] Brahmslied [Op. 95, Nr. 2]? Ach Her­ze­lein! Ich muß ihnen doch nun rich­tig Zügel anle­gen, jetzt nach dem Weih­nachts­fest, sonst – sonst eilen sie zu Dir – zu unse­rem Wie­der­se­hen – oh Du! Du!!! Du!!!!! !!!!! !!! Wei­ter­le­sen!

02. Januar 1942

[420102–2-1]

Frei­tag, am 2. Janu­ar 1942.

Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter!

Du!!! Heu­te will ich wie­der zu Dir kom­men.

Ges­tern war ich nur immer in Gedan­ken bei Dir. Der 1. Janu­ar war ges­tern. Du! Den­ke nur: wir schlie­fen bis um 10 vor­mit­tags! Nicht, daß wir so schlaf­be­dürf­tig gewe­sen sei­en! Nein – es war das Gefühl des „Nichts­drän­gens“, eben des Fei­er­tags. Unser Papa schlief ja auch bis Mit­tag, wuß­ten wir, und so waren wir mal ganz faul. Her­ze­lein! Ich habe sooo an Dich gedacht am Sil­ves­ter­abend! Mußt es doch gespürt haben über alle Fer­ne, Du!!! Eine herr­li­che Nacht war es. So mond­hell, frost­klir­rend, ganz still, ach Du!!! Ich bin eher aus der Kir­che heim­ge­gan­gen, nach­dem die Pre­digt zu Ende war und vie­le Leu­te noch das Abend­mahl nah­men. Ganz allein ging ich auf der Stra­ße. Wie war das doch schön! Über mir die unend­li­che Him­mels­wei­te – so fried­lich alles rings­her. Wei­ter­le­sen!

02. Januar 1942

[420102–1-1]

[Salo­ni­ki] Frei­tag, den 2. Janu­ar 1942

Gelieb­tes Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Ein Fens­ter­brief ist heu­te zu mir gekom­men. Im Schau­fens­ter aus­ge­stellt Dein Man­ner­li!, aus­ge­stellt – von sei­nem Wei­berl! Na, na – Frau [Nord­hoff] ver­kehrt mit ihrem Man­ne geschäft­lich! Du!!! Bloß höchs­tens vor den Augen der ander[e]n – ja? Schät­ze­lein! Da ist doch auch das Man­ner­li fein brav, setzt womög­lich noch die Amts­mie­ne auf. Wei­ter­le­sen!