02. März 1942

[420302–1-1]

[Salo­ni­ki] Mon­tag, den 2. März 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Nach­mit­tag ist [es]. Der Haupt­feld­we­bel hat heu­te sei­nen frei­en Nach­mit­tag (in Wirk­lich­keit macht er blau heu­te, ges­tern war näm­lich Unter­of­fi­ziers­ver­gnü­gen(!), etwa 40 Blitz­mä­del hal­fen, das Ver­gnü­gen voll­kom­men zu machen – die armen Mädels). Ich habe mich 2 Stun­den gut dran­ge­hal­ten mit mei­ner Arbeit. Und nun set­ze ich mich gleich erst ein Stünd­chen zu Dir.

“02. März 1942” wei­ter­le­sen

22. Juni 1941

T&Savatarsm[410622–2-1]

Sch., am 22. 6. Sonn­tag 1941.

Gelieb­ter! Mein [Roland]!

Oh Du!! Wo soll ich denn zuerst begin­nen? Soo viel stürm­te heu­te auf mich ein. Du!! Du!! Freu­de, die mich erfüllt, die sich Dir kund tun will – Sor­ge, die mich bedrückt, die sich Dir mit­tei­len möch­te. Ach Herz­lieb! Will ich mir doch erst die Sor­ge von der See­le schrei­ben, Du!!! Auch Du wirst heu­te die­sel­be Sor­ge mit mir tei­len. Es geht ja wie­der um unser Vater­land, um uns[e]re vie­len, tap­fe­ren Sol­da­ten, ach Du!! Wei­ter­le­sen!

19. Juni 1941

[410619–2-1]

Don­ners­tag, am 19. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Die mei­ne Herz­lieb!! Mein [Roland]!

Heu­te ist Dein lie­ber Bote zu mir gekom­men! Du!! Es dünk­ten mich ja die bei­den Tage, die er aus­blieb, eine Ewig­keit lang! Du!! Mein Lieb! Aber heu­te nun bin ich vom War­ten erlöst, Gelieb­ter! Dein Sonn­tags­brief ist es, der mich heu­te erreich­te. Die Brie­fe vom Don­ners­tag an bis Sonn­abend feh­len noch, sicher­lich sind sie irgend­wo ste­cken­ge­blie­ben. Wei­ter­le­sen!

12. Mai 1941

[410512–2-1]

Mon­tag, am 12. Mai 1941.

Gelieb­ter! Mein Herz­lieb Du!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Mit Mon­tag fängt die Woche an, drum kommt von jedem etwas dran! So muß ich heu­te begin­nen, Herz­lieb!

2 Brie­fe steck­te mir heu­te früh der Post­bo­te zu! Mei­ne Freu­de dar­über kannst Du Dir sicher gut vor­stel­len, Du!!! Wei­ter­le­sen!

17. April 1941

T&Savatar[410417–2-1]

Don­ners­tag, am 17. April 1941.

Mein gelieb­tes, gutes Man­ner­li! Herz­lieb! Du mein lie­ber, lie­ber [Roland]!

Es ist gleich ½ 4 Uhr am Nach­mit­tag. Die lie­be Son­ne scheint, seit heu­te früh schon. Und das ist Wet­ter für die Wasch­frau! So bin ich heu­te aufs´[sic] Neue los­ge­zo­gen mit mei­nem Hucke­pack nas­ser Wäsche. Das Glück war mir hold! Es ist fast alles schon tro­cken. Du kannst Dir wohl den­ken, wie froh ich nun bin. Mei­ne Hän­de hab[´] ich mir so erfro­ren, daß ich kaum noch Gefühl drin habe. Immer in dem eis­kal­ten Was­ser her­um­ge­planscht beim Spü­len. Ich hat­te ja kein war­mes mehr, weil ich den Kes­sel nicht mehr feu­er­te. Und beim Auf­hän­gen heu­te früh biß mir die Käl­te nur so unter die Fin­ger­nä­gel – es hat­te näm­lich gereift und war kalt! Ja Herz­lieb! So sieht bei uns der Früh­ling aus. Wei­ter­le­sen!