25. Juli 1941

Aus­zug aus dem Brief mit Kreuz

[410725–1‑1]

X     Frei­tag, den 25. Juli 1941

Herz­lieb! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Wer hat mich denn heut[‘] Nacht nicht schla­fen las­sen? Du!! Du!!! Ist mein Paket ange­kom­men? Nun wirst [Du] Dich gewiß über den Urlaub am meis­ten gefreut haben! Der Hubo hat’s nicht geschickt gemacht – geschickt oder nicht – viel Freu­de woll­te ich Dir doch nur berei­ten! Nun muss ich Dir erst mei­nen Traum erzäh­len. Wei­ter­le­sen!

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03. Januar 1941

Awm 005307 Gun crew
Aus­tra­li­sche Sol­da­ten vor dem Angriff auf dem Ita­lie­ni­schen Stütz­punkt in Bar­dia, Lybi­en, 29.12.1940. Quel­le: Collec­tion Data­ba­se, Aus­tra­li­an War Memo­ri­al, Nr. 005392. Über Wiki­me­dia Com­mons, 04.2016.
[410103–2‑1]

Frei­tag, am 3. Janu­ar 1941.

Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter!! Du mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Du! Du!! Wie soll ich denn heu­te anfan­gen? Herz­lieb!! Zwei lie­be Boten kamen heu­te früh zu mir, von Dei­ner lie­ben Hand. Gelieb­ter!! Du machst mich ja so über­glück­lich!! Du darfst bei­na­he kei­nen so lie­ben Brief mehr schrei­ben, Du! Du rufst mei­ne Sehn­sucht immer mehr, Du!!! Ach ja – mein [Roland] – ich muß fein still und gedul­dig mit Dir war­ten – wenn Du schon eher kämest – die Span­ne bis zum nächs­ten Male wür­de dann noch grö­ßer – ich könn­te sie nur noch schwer über­win­den. Du!!! Du!!! Der 16. Febru­ar schwebt Dir ganz deut­lich vor Augen, wenn Du an die Heim­kehr denkst! Wenn es doch so wür­de, Herz­lieb!! Ich will mit Dir glau­ben und hof­fen, ganz fest, Du!! Wei­ter­le­sen!

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09. Juli 1940

[400709–2‑1]

O., am 9. Juli 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du!

Hur­ra! Es gibt noch Brief­pa­pier! M.K. Papier! Und weißt Du, wer es ergat­tert hat für mich?, die Mutsch!! Gera­de die, die will, daß ich nicht mehr schrei­ben soll. Ich hab[‘] mich ja gefreut.

Nun schreib[‘] ich gleich schnell noch­mal heim­lich, denn da macht[‘]s doch noch­mal so viel Freu­de.

[A]llem vor­an, mein Lieb, will ich Dir recht herz­lich dan­ken für Dei­nen so lie­ben Sonn­tags­brief. Er war mir ein gro­ßes Geschenk, Du! Wei­ter­le­sen!

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06. Juli 1940

Vornehme Hochzeitsgesellschaft Wolfgang Heimbach
Wolf­gang Heim­bach, Vor­neh­me Hoch­zeits­ge­sell­schaft, 1637, gemein­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 07.2015.
[400706–1‑1]

S. am 6. Juli 1940.

Herz­al­ler­liebs­te, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de]!

Ganz froh bin ich wie­der. Freu­de und Jubel sind in mir. Will’s Gott, in acht Tagen um die­se Stun­de haben wir ein­an­der ver­spro­chen, Du! Und dann ist das Fest. Wir müs­sen uns den Ver­wand­ten wid­men, müs­sen alle unter einen Hut brin­gen, müs­sen auf­pas­sen, daß die Väter nicht stol­pern in der Rede — die Stun­den wer­den rasch ver­ge­hen — und dann, Lie­bes, Herz­lie­bes! fei­ern [sic] wir Hoch­zeit, dann ist[‘]s für uns Hohe Zeit, in Dei­nem Schloß, Dei­nem Käm­mer­lein, dann will ich Dich fest­hal­ten und den­ken, daß Du nun lan­ge, lan­ge immer bei mir bist, in die Arme wol­len wir ein­an­der schlie­ßen und hin­ein­träu­men in den ers­ten Tag unse­res gemein­sa­men Lebens. Wei­ter­le­sen!

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05. Juli 1940

Quel­le: http://sammlungen.ub.uni-frankfurt.de/, 07.2015.

[400705–2‑1]

O., am 5. Juli 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, lie­ber [Roland], Du!

Ganz ruhig ist es gewor­den nach dem Gewit­ter; drau­ßen, und bei mir drin­nen. Klar ist die Luft, frisch und rein — man kann gar­nicht genug davon ein­sau­gen, und es tut dop­pelt wohl nach die­ser schwü­len, feuch­ten Luft vor­her. Ich wünsch­te, es wäre zwi­schen uns eben­so wie drau­ßen, vor­bei der las­ten­de Druck — die gewohn­te Fri­sche und Frei­heit umfing uns.

Ein­mal muß ich noch davon spre­chen, auf Dei­nen Brief hin, Du. Ich weiß nicht genug von den Deut­schen Chris­ten, daß ich für oder wider s[ie] spre­chen soll­te. Nach den Pre­dig­ten, die ich hör­te, kann ich nicht allein mei­ne Ent­schei­dung fäl­len und mei­ne Richt­li­ni­en zie­hen. Es ist unter Deut­schen Chris­ten wie unter Bekennt­nis­pfar­rern die Pre­digt nicht jedes Mal aus uns[e]rer See­le her­aus gespro­chen. Ein­mal fühlt man sich mehr hin­ge­zo­gen, ein­mal weni­ger. Wei­ter­le­sen!

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