Trug und Schein: Ein Briefwechsel

05. August 1939

[390805–1‑1] K. am 5. August 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Nun sit­ze ich tat­säch­lich wie­der in K.. Sprung­haft wie im Kino wech­seln wir mit Auto und Eisen­bahn die Schau­plät­ze. Wenn ich hät­te heim­wan­dern müs­sen, wäre der Abschied län­ger gewor­den. Du hät­test mich bis zur E. beglei­tet. Und dann hät­te ich ja noch oft zurück­bli­cken müs­sen, bis […]

16. März 1939

[390316–1‑1] L. am 13. März 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Es drängt mich schon heu­te, der Erin­ne­rung an den gest­ri­gen Tag ein paar Zei­len zu wei­hen. Wie mir zumu­te war als ich nach Hau­se fuhr?

15. Februar 1939

[390215–1‑1] L. am 15. Febru­ar 1939 Mei­ne lie­be [Hil­de]! Noch 72 Stun­den, dann weiß ich Sie wie­der bei mir! Heu­te Mitt­woch, der Tag, an dem ich die ers­ten Vor­be­rei­tun­gen tref­fe. Das Zim­mer ist bestellt, die Wärm­fla­sche wird geflimmert. 

09. Februar 1939

[390209–1‑1] L. am 9. Febru­ar 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! „Sor­gen kom­men, und Sor­gen gehen.“, die­se Wor­te haben mich zum Phi­lo­so­phie­ren ver­lei­tet. Phi­lo­so­phie­ren ist unnütz und unprak­tisch, es ist das Rin­gen um Klar­heit und das Suchen nach der Wahr­heit. Die letz­te Wahr­heit muß dem Men­schen ver­bor­gen blei­ben, trotz­dem sucht er immer wie­der, sie zu ergründen.

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