07. Juni 1941

T&Savatar[410607–2‑1]

Sonn­abend, am 7. Juni 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, guter [Roland]!!

Herz­lieb Du!! Wochen­en­de ist heu­te, zur Abwechs­lung wie­der ein­mal trü­be und kühl, es tut rich­tig wohl nach den hei­ßen Tagen. Wie sehr ich trotz mei­nes fort­wäh­ren­den Wär­me­be­dürf­nis­ses doch ein rech­tes Schat­ten­pflänz­chen bin, das spü­re ich hier wie­der ein­mal ganz deut­lich. Gar so viel Son­ne mag ich nicht. Man ist so müde, abge­spannt, so lust­los an so hei­ßen Tagen – und das kann ich an mir gar­nicht lei­den. Heu­te war ich wie­der rich­tig mun­ter – ich mag die Küh­le doch recht gern. Aber Du!! Die Küh­le bei mei­nem Man­ner­li, ich glaub´ – die hät­te ich nicht so ger­ne – Du!!! Oh Du!! Du!! Die wür­de mir weh tun, so bit­ter weh, Gelieb­ter!! Aber Du!! Herz­lieb!! Muß ich sie denn fürch­ten, die Küh­le von Dir? Nein!!! Nein!!! Ich glaub’ es nie und nim­mer! Du!!! Wei­ter­le­sen!

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24. Dezember 1940

Adventsstern. IMG 0764WI
Advents­stern. Lich­ter­haus in Nie­der­wür­schnitz. Erz­ge­birgs­kreis. Sach­sen. Foto Kora27, über Wiki­me­dia Com­mons, 12.2015.
[401224–2‑1]

Am Hei­lig­abend 1940.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!!

Nun ist er da, der Hei­li­ge Abend, voll Tan­nen­duft und voll Lich­ter­glanz. Herz­al­ler­liebs­ter! In mei­nem Her­zen ist Frie­den, wun­der­sa­mer Frie­den. Ich habe sie mit weit offe­nen Her­zen emp­fan­gen, die Got­tes­bot­schaft, die so unend­lich viel Lie­be, Mil­de, so rei­nes tröst­li­ches Licht aus­strahlt. Sie ist heu­te, wie nie an ande­ren Got­tes­fei­ern allen bis ins Inners­te gedrun­gen, das hat jeder gefühlt, jeder. Unser Geist­li­cher war sich sei­ner Auf­ga­be heu­te voll bewußt, und er hat uns mit sei­nen Wor­ten hin­ein­ver­setzt in das ewi­ge Wun­der der Weih­nacht. Schön war es im Got­tes­haus, so schön. Der Altar­platz stand im Schmu­cke der Weih­nacht da, eine mäch­ti­ge Tan­ne mit unend­li­chen Lich­tern schmück­te ihn, Lich­ter­glanz auch auf dem Altar­ti­sche — über allem der leuch­ten­de Advents­stern. Die fest­lich geschmück­te Umge­bung des Got­tes­hau­ses allein stimmt uns schon wei­he­voll. Wei­ter­le­sen!

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30. Mai 1940

Bundesarchiv Bild 146-1974-061-61, Belgien, Kapitulation der belg. Armee
Kapi­tu­la­ti­on der bel­gi­schen Armee, Bel­gi­en, 28. Mai 1940, Pfitz­ner, Hee­res­film­stel­le, DBA, Bild 146‑1974-061–61 / Pfitz­ner / CC-BY-SA, 04.2015.
[400530–2‑1]

O., am 30. Mai 1940.

Am Diens­tag. [28. Mai 1940]

Herz­al­ler­liebs­ter!

[Roland]! Mein lie­ber [Roland]! Hast Du heu­te auch den gro­ßen Sieg ver­nom­men? Eine tie­fe Freu­de bewegt mich, seit ich es hör­te. Wie unend­lich dank­bar bin ich unse­ren tap­fe­ren Sol­da­ten. Wei­ter­le­sen!

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