23. Februar 1942

[420223–2-1]

Mon­tag, am 23. Febru­ar 1942.

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein gelieb­ter, guter [Roland]!

Tau­wet­ter herrscht bei uns, es rinnt und tropft und plät­schert von den Dächern. Aber ehe die lie­be Son­ne den Schnee von den Stra­ßen abge­leckt hat, wird wohl noch ein Weil­chen hin­ge­hen; denn da liegt er zu hoch. Es scheint, wir krie­gen noch­mal neu­en Schnee. Die Wol­ken­bil­dung läßt dar­auf schlie­ßen. Und der Volks­mund sagt: „der Schnee, den die Son­ne leckt, der kommt wie­der.“ Na, wir wer­den ja sehen.

“23. Febru­ar 1942” wei­ter­le­sen

17. Februar 1942

[420217–1-1]

[Salo­ni­ki] Mitt­woch, den 17. Febr.[uar] 1942

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­tes Weib!

Ros­tig und ver­staubt ist die Feder. Ich muß sie nun wie­der von unse­rem Bücher­bord holen. Dem Datum nach vor einem Monat war’s, daß ich bei Dir daheim anlang­te. Nun ist es wie­der ein sieb­zehn­ter, der mich glück­lich gelan­det sieht in S.[sic].

“17. Febru­ar 1942” wei­ter­le­sen

16. Februar 1942

[420216–2-1]

Mon­tag, am 16. Febru­ar 1942.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Liebs­ter [Roland]!

Die Uhr zeigt gleich 2 Uhr nach­mit­tags. Soeben bin ich fer­tig mit auf­räu­men. Und nun tue ich nichts eili­ger und lie­ber, als mit Dir reden. Du mein herz­lie­bes, liebs­tes Man­ner­li Du!

Zuerst will ich Dir nur gleich berich­ten, wie wir ges­tern die Groß­mutter fan­den. Es war gar­nicht [sic] schlimm, ihr Befin­den. Sie hat außer dem Schwin­del­ge­fühl kei­ner­lei Beschwer­den.

“16. Febru­ar 1942” wei­ter­le­sen

15. Dezember 1941

[411215–1-1]

Mon­tag, den 15. Dez. 1941

Her­ze­lein! Gelieb­te! Über alles gelieb­tes Weib! Du!!!

Herz­lieb! Wohin soll ich denn heu­te mit allem Glück? Du! Du!! Das sit­ze ich nun und weiß nicht recht aus noch ein mit aller Freu­de, mit allem Glück! Denk nur: drei Päck­chen sind gekom­men von mei­nem Schät­ze­lein – alle ganz wohl­be­hal­ten. Ob die wohl für Weih­nach­ten bestimmt sind? Eins hab[‘] ich geöff­net. [Es] Stand gar kei­ne War­nung, kein Halt dar­auf. Wei­ter­le­sen!

11. Dezember 1941

[411211–2-1]

Don­ners­tag, am 11. Dezem­ber 1941.

Mein Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter! Mein Her­ze­lein!

Ich bin allein heu­te. Erst am Abend um 6 [Uhr] kommt Vater heim. Und ich habe mir heu­te vor­ge­nom­men, ganz nur für Dich da zu sein. [Du] Mußt Dich nicht wun­dern, Herz­lieb, wenn der Bote des­halb nicht dicker aus­fällt! Man muß ja nicht alles Geschrie­be­ne auf ein­mal abschi­cken, gelt?! Ach Du! Am liebs­ten käme ich doch selbst ein­mal zu Dir. Heu­te Nacht muß­te ich Dich sooo lieb­ha­ben, Her­ze­lein! Ach Du!!! [Du] Bist mir im Trau­me erschie­nen, ganz nahe, sooo nahe! Wei­ter­le­sen!