Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Ostfront

07. Dezember 1941

[411207–2‑1] Am 2. Advents­sonn­tag 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]! Heu­te schneit es wie­der, kalt ist’s und ein Sturm hat sich auf­ge­macht. Aber gut tut einem die Luft. Sie ist so rein. Die Eltern wol­len nach­her ein­mal nach M. lau­fen, hin­zu wol­len sie den Staub­sauger mit­brin­gen; denn nun geht doch das Groß­rei­ne­ma­chen los! Man hat’s […]

29. Oktober 1941

[411029–2‑1] Mitt­woch, am 29. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! Mein [Roland]!! Weißt Du, wie spät es jetzt ist, da ich Dein den­ke? Gleich um 9 [Uhr] abends! Ja – es wird immer spä­ter, daß ich zur Ruhe kom­me. Ich sit­ze inmit­ten eines Häuf­chens gel­ber Teig­plätz­chen, die ich der Rei­he nach noch backen muß! Da […]

12. Oktober 1941

[411012–2‑1] Sonn­tag, am 12. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­ter!! Herz­al­ler­liebs­ter! Heu­te kom­me ich wie­der zu Dir! Oh Du!!! Du!!!!! Wie habe ich mich doch ges­tern Nach­mit­tag gesehnt nach Dir! So gesehnt mich [sic], Dei­ne lie­be Hand zu fas­sen, mit Dir zu plau­dern, wie jeden Nach­mit­tag. Aber es war mir unmög­lich. Wir stan­den mit­ten drin im Wasch­fest, […]

10. Oktober 1941

[411010–2‑1] Frei­tag, am 10. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Du!! Gelieb­ter!! Mein liebs­ter [Roland]! Ach, ich muß doch gleich erst mal tief auf­seuf­zen und mich auf den Aller­wer­tes­ten set­zen! Das ging nun seit 7 Uhr im Galopp und mir tun die Bei­ne weh, als wäre ich ’ne alte Frau! Wie­der begrüß­te uns der Tag mit Regen­wet­ter, nur […]

10. Oktober 1941

[411010–1‑1] Frei­tag, den 10. Okto­ber 1941 Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! So reich bin ich beschenkt wor­den heu­te — ich habe mich ja sooo sehr gefreut und es so ganz beson­ders glück­lich gespürt, wie so lieb Du mich hast! 2 lie­be, lie­be Boten sind zu mir gekom­men vom Ern­te­dank­sonn­tag und des­sen Vor­abend. […]

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