Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Osteuropa

14. November 1942

[421114–2‑1]

27.)

Sonn­abend, am 14. Novem­ber 1942. 

Her­zens­schät­ze­lein! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]! Du! 

Ach Her­zens­man­ner­li, end­lich! Was doch alles erst getan sein will, ehe ich zu Dir kom­men kann. Aber eher fin­de ich auch nicht Ruhe, bei Dir zu sit­zen. Die Mutsch kocht Mar­me­la­de und will anschlie­ßend plätten. 

11. November 1942

Mitt­woch, den 11. Nov. 42

Her­ze­lein! Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Herz! 11. Novem­ber – Hell­muths Geburts­tag – wo mag er nun ste­cken? – Ach, die Ört­lich­kei­ten und irdi­schen Wirk­lich­kei­ten möch­ten uns manch­mal alle Fer­ne und Tren­nung furcht­bar und schmerz­lich bewußt machen. Aber die Gedan­ken, der Geist schla­gen Brü­cken – sie las­sen in ihrer Geschwin­dig­keit Räu­me und Ent­fer­nun­gen schrump­fen — und […]

09. November 1942

Mon­tag, den 9. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mein lie­bes, teu­res Weib!

Hu-hu-und huschl-huschl-huschl-Stie­fel­wet­ter ist heu­te – es reg­net immer noch – und das Was­ser läuft schlecht ab in den Stra­ßen – und kalt ist der Regen, kommt aus Osten – was wird er dort für einen Morast, eine Trostlosigkeit […]

08. November 1942

Sonn­abend­abend, den 7. Novem­ber 1942 

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Dein Man­ner­li war heu­te in der Stadt. Zusam­men mit dem Kame­rad L.. Das hat­te den Vor­teil, daß ich gleich an die wich­tigs­ten Punk­te geführt wur­de: Schloß, Natio­nal­thea­ter, in einen schö­nen Park inmit­ten der Stadt, durch die Haupt­ge­schäfts­stra­ßen. Das hat­te aber den Nach­teil, daß das Man­ner­li nicht nach seinem […]

27. Oktober 1942

[421027–1‑1]

Mon­tag, den 26. Okto­ber 42

Herz­al­ler­liebs­te mein! Du, mei­ne lie­be [Hil­de]!

Den drit­ten Tag kommt der lie­be Bote schon ganz regel­mä­ßig zu mir – braucht 3 Tage für den Weg, nicht halb so lan­ge wie nach S. [sic] – weil er nicht über Wien muß, den­ke ich – fein ist das doch! […]

Nach oben scrollen