Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Ordnung

11. November 1939

[391111–2‑1] O., am 9. Novem­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Für Dei­nen lie­ben Brief mei­nen herz­lichs­ten Dank. Ich wuß­te, daß Du mir heu­te schrei­ben wirst. Es ist etwas so Eigen­ar­ti­ges um die Gedan­ken und um die Sehn­sucht. Bei­de gehen so unend­lich weit, wie unsicht­ba­re Fäden ver­bin­den sie uns. Sie drin­gen durch den letz­ten Widerstand […]

22. Oktober 1939

[391022–2‑1] O., am 22. Okto­ber 1939. Herz­al­ler­liebs­ter, mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Es ist mir in die­sen Tagen so deut­lich gewor­den, daß es stark macht, einen Men­schen zur Sei­te zu wis­sen, dem man ganz zu Eigen ist, bei dem man sich so ganz gebor­gen weiß. Liebs­ter! Wie könn­te es auch anders sein, als daß ich alles […]

26. Juni 1939

[390626–2‑1] O., am 26. Juni 1939. Mein lie­ber [Roland]! .…. Und wie­der ein­mal ist Mon­tag — end­lich die letz­te Woche ange­fan­gen, die noch zwi­schen unse­rem Wiederseh[e]n liegt. Du! Wie ich dar­auf war­te, Liebster!

23. Juni 1939

[390623–1‑1] L. am 22. Juni 1939. Mei­ne lie­be [Hil­de]! Du lie­bes, her­zi­ges Weib­chen, hast Dich so um mich gesorgt! Dei­nen Brief erhielt ich erst am Diens­tag, sodaß ich (ich) [sic] nicht dar­über erschrak. Lie­be [Hil­de], Du sollst Dich Dir um mich kei­ne über­trie­be­nen Sor­gen machen. 

13. Juni 1939

[390613–2‑1] O., am 12. Juni 1939. Mein lie­ber, lie­ber [Roland]! Ges­tern früh ging ich, Dei­nen Brief in den Hän­den voll ban­ger, zit­tern­der Erwar­tung in mein Käm­mer­chen. Nur mir allein sol­len die­se Minu­ten gehö­ren, in denen ich die Zei­chen von Dei­ner Hand auf­neh­me. Drei Blät­ter — mein Blick glei­tet über die Zei­len hin, immer schnel­ler mit klopfendem […]

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