22. Juli 1941

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Diens­tag, am 22. Juli 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du mein lie­ber, aller­liebs­ter [Roland]!

Heu­te scheint die lie­be Son­ne! Und in mei­nem Her­zen ist sie nun noch strah­len­der auf­ge­gan­gen, weil heut’ mein [Roland] zu mir gekom­men ist! Ach Du!!! Wie unend­lich lieb meint er es doch heu­te wie­der mit mir! Gelieb­ter!!! Es wird mir ja so schwer, die rech­ten Dan­kes­wor­te zu fin­den! Ich lie­be Dich! Du bist mir alles! [A]ch Her­zens­schatz! Fühlst Du denn, wie alles nach Dir mich drängt?, wie alles zu Dir will? – weil ich Dich ja über alle Maßen lie­be, lie­be!!!!! Herz­al­ler­liebs­ter Du!!! Wei­ter­le­sen!

10. April 1941

Bundesarchiv Bild 183-L22515, Griechenland, Parthenon, Deutsche Soldaten
Grie­chen­land: Deut­sche Sol­da­ten besich­ti­gen den Par­the­non, Athen, April 1941. Foto­graf Dick, All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild, gemein­frei über Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L22515 / CC-BY-SA 3.0, 04.2016.
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Don­ners­tag, d. 10. April 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Herz­al­ler­liebs­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Mor­gen ist Kar­frei­tag. Fei­er­abend ist, [es ist] gegen 5 Uhr am Nach­mit­tag. Ich sit­ze in der Schreib­stu­be, im geheiz­ten Zim­mer. Kalt ist es seit 2 Tagen. Es hat ein wenig gereg­net, der Wind weht aus Wes­ten. Es ist sehr frisch. Aber nun sind die Bäu­me grün, die Blät­ter kön­nen nicht mehr in ihre Hül­len zurück­krie­chen. Ich bin jetzt 2 Tage nicht mehr aus dem Bau gekom­men. Es macht kei­ne Freu­de bei die­sem Wet­ter. Uns[e]re Lewa sind fast alle – und es ist unge­wiß, ob wir davon noch ein­mal nachbgekom­men [sic]. Wei­ter­le­sen!

16. Januar 1941

Elly Ney Denkmal04
Elly Ney Denk­mal an der Brahms-Pro­me­na­de in Tutz­ing, Detail. Die rote Far­be sind Res­te einer Beschä­di­gung durch Unbe­kann­te nach der umstrit­te­nen Ent­schei­dung des Tutz­in­ger Gemein­de­ra­tes, das Denk­mal der in den Natio­nal­so­zia­lis­mus ver­strick­ten Künst­le­rin nicht zu ent­fer­nen. Bild: Benut­zer hgn‑p, 3 April 2009, Lizenz­frei über Wiki­me­dia Com­mons, 09.2016.
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Don­ners­tag, am 16. Janu­ar 1941.

Herz­al­ler­liebs­ter!! Mein Gelieb­ter!! Mein lie­ber, liebs­ter [Roland]!! Du!!

Es schneit schon wie­der mal, und Dei­ne [Hil­de] sitzt im war­men Stüb­chen – läßt sich’s wohl sein, Du!! Sie denkt an ihr Herz­lieb!! Du!! Mein lie­bes Dicker­le!! Dei­ne Mit­tags­pau­se wirst [Du] nun eben been­det haben – es ist 2 Uhr. Hab[‘] mir den Wehr­macht­be­richt heu­te gar­nicht [sic] ange­hört, ich mag es lie­ber still um mich haben, wenn ich Dir schrei­be, Du!! Hast ges­tern abend die Elly Ney spie­len hören im Rund­funk? Da muß­te ich wie­der mal so sehr an uns[e]re Zeit der heim­li­chen Zusam­men­künf­te den­ken! Du!! Ich freue mich so dar­auf, wie­der ein­mal mit Dir etwas Schö­nes und Gutes zu hören; hof­fent­lich ist’s uns ver­gönnt ein schö­nes Kon­zert oder Thea­ter zu besu­chen, wenn Du daheim bist. Wei­ter­le­sen!

26. Dezember 1940

T&Savatar[401226–1‑1]

Mitt­woch, den 25. Dezem­ber [’]40.

Mein lie­bes, teu­res Herz!

1. Weih­nachs­fei­er­tag am Abend. Herz­lie­bes! Was gibst Du wohl jetzt an? Sitzt viel­leicht am Radio, wenn ihr es noch gekriegt habt? Heut[’] gab es eine Fest­auf­füh­rung der Bohè­me von [Gia­co­mo] Puc­ci­ni. Ich habe nur ein ganz klei­nes Stück gehört, herr­li­che Stim­men, und gera­de wie­der die Stel­le vom klei­nen Händ­chen [„Che geli­da mani­na“]! Ach Du! Was ruft die­se Musik her­auf an Seehnen und Süße!! Mein Tages­lauf heu­te? Um 8 Uhr Wecken. Um ¼ 10 Uhr gemein­sa­mes [F]rühstück: Beleg­te Bröt­chen, Boh­nen­kaf­fee. 10–12 Uhr: An Dei­nem [B]rief geschrie­ben. 12 Uhr Mit­tag: Rum­steak [sic], Rot­kraut, Pud­ding. Ab 1 Uhr Mit­tags­ru­he. ¼ 4 Uhr weck­te man mich zur Arbeit: Rest­li­che Pho­to­al­ben waren gekom­men und muß­ten beschrif­tet wer­den. Wei­ter­le­sen!

22. Oktober 1940

[401022–2‑1]

Diens­tag, am 22. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Mein lie­ber, guter [Roland]! Gelieb­ter mein!

End­lich ist er da Dein lie­ber Bote vom Frei­tag.

Hab Dank dafür! Du mein [Roland]. Es hat mir so wohl getan, Du! Alles, was Du mir schreibst. Liebs­ter, nun ist es als wärst bei mir gewe­sen, Du! Wei­ter­le­sen!