11. Oktober 1940

Bundesarchiv Bild 183-L17036, Kinderlandverschickung
Kin­der­land­ver­schi­ckung durch die NSV, hier ein Foto vom 23.9.1940 auf dem Kin­der von der Water­kant inmit­ten im Berch­tes­gar­de­ner Land zu sehen sind, die von Alarm­si­gna­len der Flie­ger­an­grif­fe geschont wer­den soll­ten. All­ge­mei­ner Deut­scher Nach­rich­ten­dienst — Zen­tral­bild (Bild 183), DBa, Bild 183-L17036 / CC-BY-SA 3.0 über Wiki­me­dia Com­mons, 10.2015.
[401011–2-1]

Frei­tag, am 11. Okto­ber 1940 in K..

Herz­al­ler­liebs­ter! Du mein gelieb­ter [Roland]!

Noch kein Zei­chen hat mein Herz in Hän­den von mir? Ach Du! Nun hast Du doch unter­des­sen ganz gewiß einen, nein vie­le Boten von mir emp­fan­gen kön­nen. Du! Liebs­ter! Es ist mir so leid, daß Du so lan­ge war­ten muß­test. Ich weiß ja, wie schlimm das ist und man weiß weder aus noch ein mit sei­ner Sehn­sucht. Wie könn­te ich Dich ver­ges­sen, Du?! Du! Eher ver­gä­ße ich irgend etwas anders, als mei­nem [Roland] zu schrei­ben! Jeden Tag dach­te ich Dei­ner. Du wirst das auch alles noch bestä­tigt fin­den. Du! Liebs­ter! Herz­al­ler­liebs­ter! Ich lie­be Dich ja so sehr! Wei­ter­le­sen!

04. Januar 1939

Grußkarte zum Neujahr 1938
Gruß­kar­te zum Neu­jahr 1938

[390104–2-1]

O., am 4. Janu­ar 1939.

Dies­mal muß ich mit einer Erklä­rung begin­nen. Sie dür­fen nicht den­ken, daß ich in der ver­gan­ge­nen Zeit Sie ver­ges­sen habe! [sic] Heu­te füh­le ich mich wie­der wohl und ich will Ihnen alles schrei­ben, was ich auf­zeich­ne­te.

 

Am 29. Dezem­ber 1938.

Mein lie­ber [Roland]!

Eine uner­war­te­te Freu­de berei­te­te mir heu­te Ihr lie­ber Brief. Aber sie wur­de doch ein wenig getrübt durch die trau­ri­gen Tat­sa­chen, die Sie mir dar­in mit­teil­ten. Das muß ich sagen, ich habe eine mäch­ti­ge Wut über die Lum­pe­rei, (ent­schul­di­gen Sie!) die auf der Post herrscht. Da habe ich nun beim Ver­schi­cken der Blu­men schon einen Tag dazu gerech­net. Den­ken Sie, am Mon­tag vor Ihrem Geburts­ta­ge, also am 19. gab ich dem Gärt­ner den Auf­trag und ich war dabei, als er die Nel­ken ein­pack­te, sie sind pünkt­lich abge­gan­gen. Ich hat­te mir das so schön als eine Über­ra­schung für Sie aus­ge­dacht, und Sie soll­ten nicht am Absen­der erken­nen, wer Ihnen das schickt. Wei­ter­le­sen!