[16. Januar 1939] Das Heim

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Das Heim [dem Brief 390116–2-1 bei­gelegt]

Die Wän­de eines Hei­mes sind nicht aus Holz oder Stei­nen gefügt, son­dern aus Wahr­heit und Treue. Uner­freu­lich­kei­ten, Rei­be­rei­en des Lebens, der Wider­streit der Per­sön­lich­kei­ten, sie wer­den nicht durch per­si­sche Tep­pi­che oder Par­kett­bö­den auf­ge­ho­ben, son­dern durch Ver­söhn­lich­keit, Nach­gie­big­keit und Selbst­be­herr­schung. Weis­ter­le­sen!

27. Oktober 1938

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L. am 27. Okt. 1938

27.10.

Lie­be [Hil­de]!

In der Namen­fra­ge beu­ge ich mich gern Ihrer Ent­schei­dung. Ich hat­te Sie Ihnen ja zwi­schen den Zei­len zuge­scho­ben. Ich höre mei­nen Namen sel­ten rufen. Zu Hau­se sagt man meist „Gro­ßer, Groß­el.” Es wun­dert und freut mich doch, daß Sie an dem soli­den, alt­vä­te­ri­schen Namen Gefal­len fin­den. Es wird ein beson­de­rer Augen­blick sein, wenn er zum ers­ten Male von Ihren Lip­pen kommt.
Wei­ter­le­sen!

06. August 1938

Hilde, Ausflug nach Meissen, 31. Juli 1938

[380806–1-1]

4.8.

B. am 6. Aug. 1938

Lie­bes Fräu­lein [Lau­be]!

Es ist mir erst zu Hau­se recht deut­lich gewor­den, wie­viel Lau­fe­rei und Aus­la­gen ich Ihnen zuge­mu­tet habe, als ich Ihnen auf­trug, die Fil­me zu besor­gen. Sie haben mich aber recht ver­stan­den: Sie soll­ten die Bil­der zuerst sehen und über die Auf­nah­men ver­fü­gen. Mit Span­nung und Ent­de­cker­freu­de langt man nach neu­en Bil­dern. Ich betrach­te­te erst die Bil­der, eh[‘] ich Ihren Brief las. Ich war ent­zückt über die Auf­nah­me an der Brüs­tung. Wie Sie dort ent­rückt [*] nach [sic] zu den himm­li­schen Gefil­den auf­schau­en, das ist nicht ganz natür­lich, aber rei­zend. Ich bit­te um Gna­de für die­ses Bild. Sehr hübsch die Auf­nah­me am Fens­ter (ste­hend). Am wenigs­ten gefällt mir, die nun noch übrig ist. Sie sit­zen dort etwas gedrückt, das Gesicht etwas ver­knif­fen, die Nase ungüns­tig beleuch­tet — ich hät­te das sehen müs­sen. Die Auf­re­gung ist schuld, ich habe noch zu wenig Übung in Bil­dern mit weib­li­chem Vor­der­grund. Wei­ter­le­sen!

03. August 1938

Roland, "Ich bin dir sooooo gut!", unbekannter Ort, irgendwann im 1938

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O., am 3. August 1938.

Lie­ber Herr [Nord­hoff]!

Wohl­be­hal­ten lang­te ich am Sonn­tag in O. an. In Chem­nitz ange­kom­men, bin ich im Höl­len­tem­po rüber nach unser[e]m Bahn­steig gerannt; ein­stei­gen und abfah­ren, das war eins.

Ich möch­te nur wis­sen[,] ob auch Sie so matt und abge­spannt waren die­se Tage. Unser Aus­flug allein kann das doch nicht aus­ma­chen, viel­leicht liegt es viel an die­ser schreck­li­chen Hit­ze und noch ist kein Trop­fen Regen gefal­len. Sie sind mir doch nicht bös[‘], weil Sie so lan­ge auf Nach­richt war­ten muß­ten? Am Mon­tag früh hab[‘] ich die Fil­me fort­ge­bracht, bis ges­tern nach­mit­tag [sic] sind sie fer­tig gewor­den. Ich konn­te sie aber erst heu­te mor­gen [sic] abho­len. Ges­tern war ich mit Mut­ter in der Stadt (Chem­nitz), eini­ge Wege besor­gen und dann sind wir raus nach G. gefah­ren zu den Ver­wand­ten; mit dem 7 Uhr Zuge fuh­ren wir wie­der zurück. Wei­ter­le­sen!