10. Dezember 1940

T&Savatar[401210–1‑1]

Diens­tag, den 10. Dezem­ber 40.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

Wel­cher Sol­dat kriegt wohl die schöns­ten und treu­es­ten Brie­fe? Ach Gelieb­te! Soll ich Dich loben? Es gin­ge ja doch dane­ben, und ich mag es nicht?. Soll ich Dir sagen, wie glück­lich ich bin und wie ich Dich lie­be und noch viel lie­ber gewin­nen will? Ich kann es nicht sagen, die Wor­te kön­nen es nicht. Wenn ich Dich [ein]mal in die Arme schlie­ßen kann, dann möch­test Du es viel bes­ser emp­fin­den. Wei­ter­le­sen!

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11. Oktober 1940

Hilde, Polterabend, Portrait, 07.1940
Hil­de, Pol­ter­abend, Por­trait, 07.1940

[401011–1‑1]

Frei­tag am 11. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz, mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Die Post stellt sich lang­sam ein auf den neu­en Kurs. Dein lie­ber Bote vom Mitt­woch kam schon heu­te Frei­tag an, 2 Tage also hat er gebraucht. Sei, herz­lich bedankt für alles Lie­be, das Du mir damit schenkst, für das uner­meß­li­che und uner­setz­li­che Glück, das Du mir damit berei­test, Herz­lie­bes Du! Hol­de! Siehst, jetzt habe ich[‘]s doch geschrie­ben, die­ses Wort, das ich Dir eigent­lich zuerst sagen woll­te. Aber da ich doch nun schon eine Andeu­tung gemacht habe, mag ich Dich auch nicht län­ger auf die Fol­ter span­nen. Wei­ter­le­sen!

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06. Oktober 1940

Mussolini a Hitler - Berlín 1937
Mus­so­li­ni und Hit­ler in Ber­lin, Sep­tem­ber 1937. Quel­le: Fel­vi­dé­künk — Hon­véd­sé­günk / Tria­n­on­tól-Kas­sáig, Vité­zi rend Zri­nyi cso­port­juának kia­dá­sa, Buda­pest, 1939. Foto: Ladis­lav Lup­pa, über Wikie­me­dia CC-Lizenz „Namens­nen­nung – Wei­ter­ga­be unter glei­chen Bedin­gun­gen 3.0 nicht por­tiert“, 10.2015.
[401006–1‑1]

Sonn­tag, den 6. Okto­ber 1940

Mein lie­bes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, lie­be [Hil­de], Du!

Nun kann ich schon wie­der mit Dir plau­dern. Ist doch eine tröst­li­che Ein­rich­tung, die Post. Drei­er­lei hat­te sie ges­tern für mich. Wie ich mich dar­über freue! Ges­tern abend noch erhielt ich Dei­nen lie­ben Boten vom Frei­tag. Ach Du! Ob sich das Geschreib­sel immer bis auf die Sil­be reimt, das ist nicht so wich­tig. Wenn es nur von Dei­ner Hand ist, und wenn ich nur am Ende lese, daß Du mich lieb hast, dann legt sich Son­nen­schein auch über den trübs­ten Tag. Wei­ter­le­sen!

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20. Dezember 1938

[381220–1‑1]

L. am 20. Dez. 1938.

Lie­be [Hil­de]!

Nun ist Weih­nach­ten her­an. Als Kin­der haben wir uns eigent­lich nur dar­auf gefreut, auf die­se freud­vol­le, geheim­nis­rei­che Zeit, in der auch die Erwach­se­nen Freu­de emp­fan­den und sich den Kin­dern so ganz wid­me­ten. Heu­te beschränkt sich die­se Freu­de bei mir wirk­lich nur auf die tie­fe und erns­te Freu­de, die uns Men­schen­kin­dern das Weih­nachts­fest bringt: Gott erbarm­te sich der Welt, er sand­te sei­nen Sohn, nahm selbst an uns[e]rer Mensch­heit teil, wir Men­schen brau­chen nicht mehr im Dun­kel zu tap­pen.

Die­se Freu­de schwingt in unse­ren schöns­ten Weih­nachts­lie­dern. Am Hei­lig­abend an der Orgel zu sit­zen und in einem gro­ßen fest­li­chen Lob­ge­sang mit­zu­sin­gen, das ist für mich der Inbe­griff wah­rer Weih­nachts­freu­de. Zwei­ten Ran­ges ist dann die Freu­de auf ein paar trau­te Stun­den im Fami­li­en­krei­se. Je älter man wird, des­to erns­ter stim­men alle die Fes­te, die nur ein­mal im Jah­re erschei­nen. Man denkt zurück und denkt vor­aus: Wo und wie wer­den wir es im nächs­ten Jah­re erle­ben? Vori­ges Jahr spie­gel­ten sich des Christ­baums Lich­ter noch in Groß­mutters Augen. Auch bei ihr trat der Gedan­ke jedes Jahr mehr in den Vor­der­grund: Wer­de ich es noch ein­mal erle­ben? Wie sie es in letz­ter Zeit des öfte­ren tat, sie setz­te sich abseits, als woll­te sie sehen, wie sich uns[e]re Fami­lie ohne sie aus­neh­me. Der Gedan­ke an die lie­be Groß­mutter kann mich recht trau­rig machen, vor allem des­we­gen, weil sie sich gegen Ende so allein, ver­las­sen und unver­stan­den fühl­te. Den letz­ten Kampf bestand sie ganz allein. Und wenn am Weih­nachts­abend die Ker­zen erstrah­len, dann wer­den mei­ne Gedan­ken vor allem in die Zukunft gehen, zu Ihnen, wie könn­te es anders sein? Wei­ter­le­sen!

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07. Dezember 1938

[381207–1‑1]

L. am 7. Dez. 1938

Lie­be [Hil­de]!

Auszug aus dem Brief
Aus­zug aus dem Brief

Es war am Diens­tag­nach­mit­tag. In der Lese­stun­de zwi­schen 3 u. 4 faß­te ich den Ent­schluß, 1/2 5 zur Post zu gehen. Es muß etwas dasein [sic], dach­te ich. Es war, als hät­te es mich hin­ge­zo­gen.— Alle Brief­sa­chen waren durch­ge­blät­tert — nichts. Halt! Doch, ein Paket. Ich stut­ze, lese den Absen­der, Ihre Schrift. Ein Schreck durch­fuhr mich zuerst. Auf dem hal­ben Wege war ich im Unge­wis­sen, was ich da noch heu­te traug [sic]. So leicht? Schickt Sie mir die Brie­fe zurück? — Doch dann wur­de es mir zur Gewiß­heit: Sie schickt mir einen Kranz, einen Kranz! Und nun schnell hin­auf und aus­ge­packt! Nicht auf­schnei­den, schön die Kno­ten auf­lö­sen, die Ihre Hän­de geknüpft haben.

Adventskranz in seinem ursprünglichen Design von Johann Hinrich Wichern, 1839, Rauhes Haus, Hamburg, Germany, Urheberrecht: Stiftung des Rauhen Hauses, Hamburg, Germany, http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Wichern_Adventskranz_originated_from_Germany.jpg, herunterladen Okt. 2013
Advents­kranz in sei­nem ursprüng­li­chen Design von Johann Hin­rich Wichern, 1839, Rau­hes Haus, Ham­burg, Ger­ma­ny, Urhe­ber­recht: Stif­tung des Rau­hen Hau­ses, Ham­burg, her­un­ter­ge­la­den 10/2013.

Eine lie­be­re Ant­wort konn­ten Sie mir nicht schi­cken. Ich dan­ke Ihnen, lie­be [Hil­de].

Heu­te Mitt­woch kam nun auch Ihr Brief.

Das war mein Zwei­fel: Wei­ter­le­sen!

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