01. März 1942

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Sonn­tag, den 1. März 1942

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be liebs­te [Hil­de]!

Abend ist es wie­der. Fast die­sel­be Stun­de, da Du am ver­gan­ge­nen Sonn­tag mein so lieb dach­test. Oh Du! Mein lie­bes, lie­bes Weib! Mein Son­nen­schein! Mein Leben Du! Ich war heu­te so ein wenig unzu­frie­den und zer­fal­len mit mir sel­ber. Gegen 6 Uhr war ich mun­ter. Habe mir Gedan­ken gemacht, mit Dir gere­det und gerech­tet den gan­zen Vor­mit­tag über um Frei­heit [sic], Stolz und Ehr­ge­fühl. Die Gedan­ken mar­ter­ten mich und ich hät­te sich sie abschüt­teln wol­len, aber es ging nicht. Es war mir rich­tig läs­tig.

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13. August 1941

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Mitt­woch, am 13. August 1941.

Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Du!!! Mein lie­ber, guter [Roland]!

Herz­lieb! Heu­te ist nun schon der zwei­te Tag, da ich kei­nen Brief von Dir bekom­men habe. Ich will mich nicht sor­gen – viel­leicht ist irgend­wo wie­der mal eine Sto­ckung ein­ge­tre­ten. Es wird schon wie­der alles ins alte Geleis kom­men. Oft war es schon so, daß über Sonn­tag die Post in’s Sto­cken geriet. Wochen­tags kommt eine Unre­gel­mä­ßig­keit sel­ten vor. Ach, ich gön­ne ja der lie­ben Feld­post auch ihren Sonn­tag!! Wei­ter­le­sen!

17. Juni 1941

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Diens­tag, den 17. Juni 1941

Mein lie­bes, teu­res Herz! Gelieb­te! Herz­lieb mein!!

2 lie­be Boten sind heu­te zu mir gekom­men – fein der Rei­he nach – heut[‘] mit­tag einer – und, ich habe mich ja ganz sehr gefreut, nach Fei­er­abend noch einer! Zu Fei­er­abend, wenn dann die Gedan­ken alle zu Dir gehen dür­fen – wenn wir dann auch ein wenig Muße haben – und noch ein Stünd­chen auf dem Bal­kon ste­hen, nach der [un]tergehenden Son­ne schau­en – oder wie ges­tern und heu­te nach dem Wet­ter­leuch­ten. Wei­ter­le­sen!

29. Juni 1941

Bundesarchiv Bild 183-L19427, Litauen, brennende Synagoge
Als bald nach dem Ein­marsch der deut­schen Wehr­macht in Litau­en Mit­te Juni 1941 kam es zu anti-jüdi­schen Pogro­men durch natio­nal­pa­trio­ti­sche Litau­er, wie etwa in Kau­nas. Hier das Abbren­nen einer Syn­ago­ge, 06.1941, Litau­en, Ort unbe­kannt, Foto­graf Zoll, Pro­pa­gan­da­kom­pa­nie, für Scherl-Bil­der­dienst, gemein­frei als Bun­des­ar­chiv, Bild 183-L19427 / Zoll / CC-BY-SA 3.0, 06.2016.
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G. – Sonn­tag, am 29. Juni 1941.

Mein lie­ber [Roland]!

Es ist Sonn­tag­mor­gen – Vater [Nord­hoff] ist eben von der Post gekom­men, die muß man sonn­tags hier selbst abho­len. Für mich war nichts dabei, ges­tern bekam ich auch nichts in S., aber mor­gen kommt ganz gewiß wie­der etwas von Dir – Du!! Elfrie­de  hat vom Hell­muth eine Kar­te im Brief bekom­men, mit nur [wen]igen Zei­len. „Ich bin mit Got­tes Hil­fe gut durch die­se Tage gekom­men, – wenig Schlaf gibt es und läßt mir so alles traum­haft schei­nen..“.. [sic] Wei­ter­le­sen!

19. Juni 1941

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Don­ners­tag, am 19. Juni 1941.

Mein lie­bes, teu­res Herz! Die mei­ne Herz­lieb!! Mein [Roland]!

Heu­te ist Dein lie­ber Bote zu mir gekom­men! Du!! Es dünk­ten mich ja die bei­den Tage, die er aus­blieb, eine Ewig­keit lang! Du!! Mein Lieb! Aber heu­te nun bin ich vom War­ten erlöst, Gelieb­ter! Dein Sonn­tags­brief ist es, der mich heu­te erreich­te. Die Brie­fe vom Don­ners­tag an bis Sonn­abend feh­len noch, sicher­lich sind sie irgend­wo ste­cken­ge­blie­ben. Wei­ter­le­sen!