26. September 1941

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Fre­itag, am 26. Sep­tem­ber 41.

Herzenss­chätzelein! Geliebter!!

Du sitzt im Zuge, schickst vielle­icht ger­ade jet­zt auch Deine Gedanken zu mir – Du! Ach Du! Wie kön­nte es wohl anders sein? Du mußt so wie ich zurück­denken – zurück an unser uner­meßlich­es Glück, an die köstlichen Stun­den innig­ster Ver­bun­den­heit und heim­lich­ster Traute – mein geliebter [Roland]! O Du!!! Es ist mir heute noch keine Minute schmer­zlich zum Bewußt­sein gekom­men, daß Du nun wieder fort von mir bist – nicht schmer­zlich, son­dern ganz tief im Inner­sten froh und beglückt und ruhig kann ich an Dich denken. Weit­er­lesen!

18. Mai 1941

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Son­ntagabend, am 18. Mai 1941

Mein geliebtes, teures Herz! Mein lieber, guter [Roland]!!

Das Brief­pa­pi­er ist alle und ich habe nir­gends in der Stadt welch­es auftreiben kön­nen. Erst kom­mende Woche bekom­men die Geschäfte wieder welch­es here­in. Aber dies hier ver­richtet es auch ein­mal, ja? Wenn es nur so beschaf­fen ist, daß mein Her­zlieb alles Liebe erken­nen kann, das ich ihm schreiben und sagen will! Dann ist’s schon gut. Weit­er­lesen!

14. Mai 1941

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Mittwoch, am 154. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein Her­zlieb! Lieb­ster [Roland]!

Noch ist kein Bote da von Dir, er hat sich mal wieder um einiges ver­spätet. Ich will mich noch gar­nicht sor­gen, Her­zlieb! Die Ver­spä­tung ist ja so natür­lich. Du mußt trotz allem wohlauf und froh sein, ich fühl’s in mir, mein Lieb! Ich bin so inner­lich froh, beson­ders heute. Du!! Ob Du wohl heute mein [sic] denkst, ganz beson­ders lieb? Weil meine Wan­gen [s]o sehr glühen – ich bin noch immer ein bis­sel aber­gläu­bisch!! Weit­er­lesen!

13. Mai 1941

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Dien­stag, am 13. Mai 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein lieber, lieb­ster [Roland]!

Heute ist ein wun­der­bar­er Son­nen­tag, ach, es lockt hin­aus, das Wet­ter! Und ich werde mich auch gle­ich ein­mal ver­lock­en lassen, was meinst [Du]? Weit­er­lesen!

23. April 1941

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Mittwoch, am 23. April 1941.

Mein geliebtes, teures Herz! Du mein Her­zlieb! Mein lieb­ster [Roland]!

Den 175. Brief schreibe ich Dir heute, mein [Roland]! Den 175. Brief, seit ich bei Dir in Barkels­by war, gerech­net – also seit Dezem­ber schon! 1/3 Jahr ist seit­dem ver­gan­gen – viel, viel ist geschehen – eines nach dem ander[e]n kam, und bes­timmt kommt eines Tages genau­so in diese Rei­hen­folge ein­ge­ord­net, auch der ersehnte Frieden. Vorhin haben wir die heutige Son­der­mel­dung ver­nom­men, ger­ade als wir noch bei Tis­che saßen, meldete der Ansager sie an. Schnell ran­nte ich nach dem Atlas. Maze­donien, das ist ganz in der Nähe Salonikis’, zwei große Armeen haben dort kapit­uliert. Schlag auf Schlag geht der Vor­marsch weit­er. Weit­er­lesen!