Trug und Schein: Ein Briefwechsel

12. November 1942

25.)

Don­ners­tag, am 12. Novem­ber 1942. 

Gelieb­ter! Mein [Roland]! Her­zens­schät­ze­lein! Du!!! 

Die Hand ist noch ganz unge­lenk von der Käl­te, war eben beim Milch­mann ohne Hand­schu­he, huh! Wie ist’s schon bit­ter kalt! 

Ich muß jetzt immer Hand­schu­he anzie­hen. Hab doch mei­ne lie­be gute Wärm­fla­sche im Krieg! Hof­fent­lich kommt sie mir in “alter Wär­me” wie­der – um den Gegen­satz des Wortes […]

10. November 1942

Diens­tag, den 10.11.42

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­tes, teu­res Weib! 

Na hör, mein Kalen­der soll nicht stim­men? Wo ich doch erst kürz­lich mir sel­ber einen gebaut habe. Wo ich ihn doch jetzt täg­lich öfter als sonst geschäft­lich mit mir her­um­tra­ge? Das will mir gar nicht in den Sinn. 

Wär es denn aber ein Wun­der, daß man ganz durch­ein­an­der kommt? Es sind zu viel […]

08. November 1942

Sonn­tag, den 8. Nov. 1942

Her­zens­schät­ze­lein! Gelieb­te! Mei­ne lie­be [Hil­de]!

So – jetzt sind wir allein – Du, so wie frü­her manch­mal zum Däm­mer­stünd­chen, wenn die Eltern in lie­bem, fei­nem Ver­ständ­nis uns allein lie­ßen – ach, meist es war es die Abschieds­stun­de auch! Ach Du! Wie wer­den wir dank­bar auf­at­men, wenn wir nicht mehr an den Abschied den­ken müs­sen. Aber ich komm doch ganz froh zu Dir. Es regnet […]

06. November 1942

Frei­tag, den 6. Nov. 1942 

Gelieb­tes, teu­res Herz! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]!

Frei­tag­abend – bald ist die Woche zu Ende, bald winkt der lie­be Sonn­tag – Bade­tag daheim, bei mei­nem lie­ben Frau­chen – oder heu­te viel­leicht nicht? Du!!! Das Man­ner­li wird erst mor­gen vom Was­ser aus­gie­bi­gen Gebrauch machen, mor­gen läuft es fein warm. Ich bin doch wie­der ganz […]

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