Trug und Schein: Ein Briefwechsel

Moral

07. Juni 1942

[420607–1‑1] Sonn­tag, den 7. Juni 1942 Gelieb­te! Mei­ne lie­be, liebs­te [Hil­de]! Mein Leben, Du! Und nun zu mei­nem Her­ze­lein! Ja, bis jetzt habe ich näm­lich mit den lie­ben Eltern gere­det – und Du hast doch dahin­ter gestan­den und ich muß­te doch dabei immer ein­mal nach Dir aus­schau­en, nach mei­nem Liebs­ten, Herz­al­ler­liebs­ten in der Welt, Du! […]

12. November 1941

[411112–2‑1] Mitt­woch, am 12. Novem­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein gelieb­tes, teu­res Herz! Gelieb­ter Du!!! So wie abwech­selnd Don­ners­tag und Frei­tag Dein frei­er Tag ist, so ist Mitt­woch mein unfrei­er Tag. Aber ich kla­ge nicht dar­um; denn der Abend gehört ja noch mir! Und nun ist es Abend und ich set­ze mich zu Dir, mei­nem liebs­ten Gesell! […]

14. Oktober 1941

[411014–2‑1] Diens­tag, am 14. Okto­ber 1941. Her­zens­schät­ze­lein! Mein liebs­ter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter Du!!! Wie­der ist ein Vor­mit­tag ver­gan­gen und es ist nun die Stun­de da, wo ich ganz bei Dir sein kann, Du!!! Am liebs­ten möch­te ich Dich doch jetzt ganz nahe bei mir haben, Du mein Herz­lieb! Ich habe gro­ße Sehn­sucht nach Dir, ach!!! Du!!! […]

13. Oktober 1941

[411013–2‑1] Mon­tag, am 13. Okto­ber 1941. Herz­al­ler­liebs­ter mein! Du lie­ber, liebs­ter [Roland]! Es ist Vor­mit­tag, ich bin allein. Und ich muß mir jetzt eine Stun­de Zeit gön­nen, bei Dir zu sein, Du! Du klag­test in zwei Dei­ner Boten über die Form­lo­sig­keit uns[e]rer Zeit. Ich habe Dich ver­stan­den, Herz­lieb. Ich muß auch alle Dei­ne Betrach­tun­gen und […]

16. August 1941

[410816–2‑1] Sonn­abend, am 16. August 1941. Gelieb­ter!! Mein lie­ber, guter [Roland]! Herz­al­ler­liebs­ter!! Die Glo­cken läu­ten den Sonn­tag ein – es ist 6 Uhr abends. Und jetzt erst bin ich soweit, Dein zu den­ken. Ach, das war wie­der ein aus­ge­füll­ter Tag heu­te. Mor­gens um 6 [Uhr] bin ich raus aus den Federn. Ich schla­fe jetzt gleich […]

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